Versicherungsschutz
Weihnachtskrippe unter dem Weihnachtsbaum © DutchScenery

Festlich, unbeschwert und unfallfrei

In der bevorstehenden Advents- und Weihnachtszeit werden wieder viele Unternehmen ihre Beschäftigten zu gemeinsamen Veranstaltungen einladen. Grundsätzlich sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei solchen betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltungen ebenso gesetzlich unfallversichert wie auch am Arbeitsplatz.

Ein fiktiver Fall, der aber gar nicht unwahrscheinlich ist: Für die Mustermann GmbH ist das Jahr 2017 super gelaufen. Als Dankeschön hat die Geschäftsleitung zur Jahresabschlussfeier dieses Mal nicht nur ein Buffet, sondern auch eine Tanzkapelle organisiert. Auch der Sachbearbeiter Herr Fröhlich schwingt das Tanzbein. Leider rutscht er dabei aus und zieht sich eine Gelenksverletzung am Bein zu. Gilt das als Arbeitsunfall? „Ja, solange nicht Alkohol die Ursache für den Sturz war“, erklärt Ronald Hecke von der Abteilung Versicherung und Leistungen der DGUV. Und weiter: „Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt bei einer betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltung genauso wie bei der Arbeit. Es ist aber nicht jede Feier im Kollegenkreis automatisch eine Betriebsveranstaltung.“ Damit das Miteinander als Betriebsveranstaltung gilt, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Veranstaltung des Arbeitgebers: Das Unternehmen lädt zur Veranstaltung ein und kümmert sich um die Organisation bzw. beauftragt jemanden damit. „Lädt hingegen eine Kollegin dazu ein, ihr Jubiläum zu feiern, ist das keine Betriebsveranstaltung“, erklärt Hecke. „Auch dann nicht, wenn die Feier auf dem Unternehmensgelände stattfindet.“
  • Teilnahme der Unternehmensleitung: Die Unternehmensleitung selbst oder von ihr Beauftragte nehmen an der Veranstaltung teil. Das kann bei Feiern im kleineren Rahmen auch die Abteilungs- oder Teamleitung sein.
  • Gemeinschaftsgefühl fördern: Mit der Veranstaltung muss das Unternehmen das Ziel verfolgen, die gegenseitige Verbundenheit und den Zusammenhalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern.
  • Offen für alle: Damit eine Feier oder ein Ausflug als betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung gilt, muss sie allen Beschäftigten des organisatorischen Bereichs offenstehen. „Wenn eine Einladung schon mit ‚Liebe Fußballfreunde‘ beginnt, richtet sie sich nur an eine bestimmte Gruppe“, erläutert Hecke.
  • Programmablauf schriftlich festlegen

    Gemeinschaftsveranstaltungen können sich zumindest teilweise auch auf verschiedene Orte und Aktivitäten aufteilen. Denkbar ist beispielsweise, dass sich die Beschäftigten bei einem Winterausflug aussuchen können, ob sie lieber eine Wanderung um den zugefrorenen See unternehmen oder sich für zwei Stunden im nahegelegenen Thermalbad verwöhnen lassen wollen. „Gleichzeitig muss es aber auch Programmpunkte geben, an denen alle gemeinsam teilnehmen“, so Hecke. Wenn sich bei der Wanderung ein paar Leute spontan entschließen, einen Schnupperkurs im Eisstockschießen mitzumachen, gehört das nicht mehr zur Veranstaltung. Der Experte von der DGUV empfiehlt: „Ein schriftlicher Programmablauf, der Beginn und Ende der Veranstaltung sowie die Programmpunkte aufführt, ist hilfreich. Er dokumentiert für alle erkennbar, was offiziell Teil der Veranstaltung ist.“

    Wegeunfall, ja oder nein?

    Solange es sich um eine Betriebsveranstaltung handelt, sind auch Hin- und Rückweg versichert. „Dann gelten für den Weg zum Veranstaltungsort und zurück dieselben Regeln wie für den Weg zur Arbeit“, erklärt Hecke. „Sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei einem Wegeunfall alkoholisiert, hängt der Versicherungsschutz davon ab, ob der Alkoholgenuss ursächlich für den Unfall war.“ Wird der Weg aus privaten Gründen unterbrochen, etwa um mit Kolleginnen und Kollegen noch ein wenig weiterzufeiern, erlischt der Versicherungsschutz – selbst wenn die private Nachfeier im Anschluss an die offizielle Veranstaltung auf dem Firmengelände stattfindet.