Qualifizierungen
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Die Arbeit von Sicherheitsbeauftragten ist anspruchsvoll. Sie haben ein weites Aufgabenfeld und sollten sich daher regelmäßig weiterbilden.

Für Sicherheitsbeauftragte ergibt sich alle drei bis fünf Jahre ein konkreter Fortbildungsbedarf, davon geht beispielsweise die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) aus. „Dies ist notwendig, um die Themen Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in den Betrieben wirksam und nachhaltig umsetzen zu können“, sagt Gerhard Kuntzemann, Leiter des Sachgebiets Sicherheitsbeauftragte bei der DGUV und Mitarbeiter der BGHM, „ansonsten bliebe Vieles auf der Strecke.“ Dies betrifft zum einen fachliche Fragen, vor allem aber auch sogenannte Soft Skills, also zum Beispiel Gesprächsführungstechniken. DGUV, Berufsgenossenschaften und die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau empfehlen deshalb die regelmäßige Teilnahme an Fort- und Weiterbildungen. Zu diesem Zweck unterhalten sie im gesamten Bundesgebiet Akademien und Fortbildungsstätten. Eine wichtige Rolle nehmen zudem betriebsinterne Fortbildungen ein. Hier können Themen auf der Tagesordnung stehen, die von den Unfallversicherungsträgern in der Regel nicht vermittelt oder vertieft werden können – etwa interne Vorgaben und Regelungen.

Vielfältiges Angebot

Das Seminarprogramm für Sicherheitsbeauftragte ähnelt sich bei den einzelnen Trägern sehr und folgt in der Regel einem dreistufigen Aufbau. In den Grundlagenseminaren erhalten Sicherheitsbeauftragte eine Einführung in ihre Rolle sowie rechtliche und methodische Grundlagen. Die Form, in der die Seminare angeboten werden, ist unterschiedlich: Größere Betriebe bevorzugen es, ihre Sicherheitsbeauftragten zu einem zwei- oder dreitägigen Kompaktseminar zu entsenden, für Teilnehmende aus kleinen und mittleren Betrieben bieten einige Berufsgenossenschaften mehrere Einheiten in kürzeren Intervallen an. In einem weiteren Schritt werden Aufbau- bzw. Fortbildungsseminare angeboten, die neben der Vermittlung und Vertiefung tätigkeitsbezogener fachlicher Inhalte auch aktuelle Themen und Entwicklungen sowie das Reflektieren der eigenen Rolle und den Austausch mit den anderen Seminarteilnehmern vermitteln. „Es ist wichtig, regelmäßig neuen Input zu bekommen“, weiß Günter Geißler, Leiter der Abteilung Seminare bei der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM).

Individuelle Inhalte

Wer sein Wissen und seine Kompetenz in einem bestimmten Fachgebiet vertiefen und ergänzen will, kann in einem dritten Schritt aus einem großen Fundus an Weiterbildungsseminaren auswählen. Hier findet eine fachliche Vertiefung aktueller Arbeitsschutzthemen statt. Welches Seminar ausgewählt wird, hängt eng mit den Anforderungen im Betrieb zusammen – der sichere Umgang mit Gefahrstoffen kann hier ebenso Thema sein wie Ergonomie im Büro oder Stress am Arbeitsplatz. Unternehmen sind grundsätzlich verpflichtet, ihre Sicherheitsbeauftragten für die Teilnahme an Qualifizierungen freizustellen. Die meisten Betriebe wissen das und sind entsprechend offen. „Viele haben zudem eine Weiterbildungsübersicht, aus der genau hervorgeht, welches Seminar für welchen Sicherheitsbeauftragten wann in Frage kommt“, berichtet Franz-Günther Richter, Leiter des Seminararbeitskreises „Sicherheitsbeauftragte, Auszubildende und Ausbilder“ der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) und Dozent in der BG ETEM-Bildungsstätte Dresden. Angemeldet werden die Teilnehmer von den Unternehmen.