Interview
Günter Geißler © privat

„Die Anforderungen wandeln sich ständig“

Günter Geißler,
Leiter der Abteilung Seminare bei der
Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM),
im Gespräch mit „arbeit & gesundheit“.

Warum ist es wichtig, dass sich Sicherheitsbeauftragte regelmäßig weiterbilden?
Die Anforderungen an die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit wandeln sich ständig. Beispielsweise wirken sich die fortschreitende Technisierung, das steigende Erwerbstätigenalter sowie die zunehmende Flexibilisierung und Internationalisierung des Arbeitsmarktes auf die betrieblichen Verhältnisse aus. Auch relevante Vorschriften und Richtlinien unterliegen einer ständigen Veränderung. Deshalb ist es für alle Akteure im Arbeitsschutz wichtig, immer auf dem aktuellen Stand zu sein. Dies schließt explizit die ehrenamtlich tätigen Sicherheitsbeauftragten ein. Nicht zuletzt, weil sie als Kollegen unter Kollegen für die Unternehmen eine wichtige Unterstützung sind.

Entstehen bei den Aus-, Fort- und Weiterbildungen Kosten?
Das Sozialgesetzbuch VII regelt diesen Sachverhalt. Wenn die Qualifizierungen bei den Unfallversicherungsträgern durchgeführt werden, fallen für die Betriebe in der Regel nur Kosten für den Arbeitsausfall an. Das Seminar, Kosten für die An- und Abreise, Unterkunft und die Verpflegung im Seminar übernehmen die Unfallversicherungsträger.

Warum machen längst nicht alle Sicherheitsbeauftragten von dem Angebot der Unfallversicherungsträger Gebrauch? Wie kann die Quote erhöht werden?
Den Unternehmen sind unsere Qualifizierungsangebote nicht immer bekannt oder sie wurden nicht als Maßnahmen innerhalb der Gefährdungsbeurteilung identifiziert. Manche Unternehmen führen auch eigene Seminare durch oder buchen diese bei anderen Anbietern. Durch eine zielgerichtete Ansprache der Unternehmen, zum Beispiel im Rahmen von Veröffentlichungen in Medien, durch die Vermarktung im Internet oder bei Betriebsbesuchen unserer Aufsichtspersonen, kann das Interesse und somit die Teilnahmequote erhöht werden. Auch eine stetige Anpassung zwischen den Bedarfen der Unternehmen und bestehenden Seminarangeboten kann die Attraktivität der Seminare steigern.