Gesetzliche Unfallversicherung
Richtig handeln bei Arbeitsunfällen © Art Barn, Leremy / shutterstock.com

Richtig handeln bei Arbeitsunfällen

Bei einem Arbeitsunfall gilt es einige Dinge zu beachten: von der Rettungskette über die Unfallanzeige bis hin zum Versicherungsschutz
Beschäftigte sind während ihrer Arbeit durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt

Ein gewisses Risiko besteht immer, dass am Arbeitsplatz ein Unfall passiert. Beschäftigte sind während ihrer Arbeit durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Unter sie fallen die medizinische Akutversorgung, wenn nötig die Rehabilitation und Teilhabe sowie gegebenenfalls eine Entschädigung. Doch was ist in der Situation zu tun, wenn ein Arbeitsunfall tatsächlich passiert?

Wer an einer Unfallstelle eintrifft, sollte

  • Ruhe bewahren,
  • die Unfallstelle absichern — beispielsweise noch laufende Maschinen stoppen,
  • Hilfe holen — Ersthelferinnen oder Ersthelfer und den Rettungsdienst benachrichtigen,
  • durch den Unfall gefährdete Personen alarmieren und aus der Gefahrenzone ziehen,
  • das Opfer retten und erstversorgen.

Behandlung

Personen, die sich bei der Arbeit leicht verletzt haben, so dass sie einen Tag ausfallen, müssen eine Durchgangsärztin oder einen Durchgangsarzt aufsuchen. Diese Fachpersonen sind auf die Behandlung von Unfallverletzten spezialisiert. Schwerere Verletzungen müssen in besonderen, von den Unfallversicherungsträgern zugelassenen Krankenhäusern oder Kliniken medizinisch versorgt werden. Nach der Entlassung übernimmt die weitere ambulante Behandlung eine Durchgangsärztin oder ein Durchgangsarzt. Tödliche Unfälle oder Unfälle mit mehreren Verletzten müssen unverzüglich beim Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse) sowie bei der zuständigen Behörde (z. B. Gewerbeaufsichtsamt) gemeldet werden.

Anzeige

Wenn Unfallopfer voraussichtlich mehr als drei Kalendertage arbeitsunfähig sind, muss innerhalb von drei Tagen eine Unfallanzeige aufgegeben werden. Das gilt auch für Unfälle, die tödlich enden. Die Anzeige erstatten die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber beim zuständigen Unfallversicherungsträger. Dieser prüft anhand der Anzeige den Versicherungsschutz und kümmert sich umfassend um die weitere medizinische Behandlung und das Heilverfahren der Verletzten. Zudem prüft der Unfallversicherungsträger, wie es zu dem Unfall kommen konnte, und leitet daraus Präventionsmaßnahmen ab.

Bei jedem Arbeitsunfall, bei dem Erste-Hilfe-Maßnahmen geleistet werden, gilt: Er muss zusätzlich zu allen beschriebenen Maßnahmen im Verbandbuch eingetragen werden. Wer diesen Dokumentationsschritt übernimmt, kann jeder Betrieb frei entscheiden. Der Eintrag im Verbandbuch ist deswegen wichtig, weil sich durch ihn auch zu einem späteren Zeitpunkt nachvollziehen lässt, dass sich der Unfall während der Arbeit ereignet hat.