Arbeitssicherheit
Feuerlöscher mit ABC-Pulver hängen an der Wand. © Claudia Otte / shutterstock

Vorbeugung brandaktuell

Betrieblicher Brandschutz: Nicht nur Feuerlöscher und Rauchmelder gehören zum Brandschutz in jedem Betrieb. Mindestens ebenso wichtig sind Gefahrenanalysen, vorbeugende Maßnahmen und das Wissen darüber, was zu tun ist, wenn es tatsächlich einmal brennt.

Wie wichtig Brandschutz in Gebäuden ist, zeigte der verheerende Brand im Londoner Grenfell Tower vom Juni 2017 überdeutlich. Die leicht entflammbare Fassadendämmung aus Polyethylen war entscheidend an dem rasanten Ausbreiten der Flammen in dem Hochhaus beteiligt. Auch wenn es sich beim Grenfell Tower um ein Wohngebäude handelte und das dort verwendete Material in Deutschland zum Dämmen in Hochhäusern nicht zugelassen ist, sollte dieser dramatische Fall doch ein warnendes Beispiel sein, auch für den Brandschutz bei der Arbeit. Beispielsweise für das Baugewerbe, wo Materialien wie etwa Dämmstoffe stets ein besonderes Brandrisiko darstellen.

Unternehmen in der Pflicht

Brandrisiken gibt es in jedem Betrieb, gerade im Handwerk und im produzierenden Gewerbe, aber auch bei Dienstleistungsunternehmen. Das Hauptziel des betrieblichen Brandschutzes ist es, gegen Brände und Explosionen vorzubeugen. Zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt es verbindliche Vorgaben, die sich in die Bereiche vorbeugender Brandschutz, Brandbekämpfung und Brandversicherung gliedern. Die maßgeblichen Vorschriften sind in den Technischen Regeln für Arbeitsstätten „Maßnahmen gegen Brände“ (ASR A2.2) sowie in der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ enthalten.

Analyse schützt vor Brandgefahr

Grundlage für den vorbeugenden Brandschutz ist eine gründliche Analyse möglicher Gefahren. So besteht in Betrieben, wo zerspanend gearbeitet wird, Explosions- und Brandgefahr durch Reinigungsmittel wie Ethanol und Propanol, wenn diese in Kontakt mit Wärme oder Funkenflug von Schleifgeräten kommen. Bei Lackierarbeiten sind es feine Schwebeteilchen aus dem Lacksprühnebel, die sich im ganzen Raum verteilen und bei nicht sachgemäßen Abzugs- und Lüftungsvorrichtungen zu Explosionen führen können. Das Gleiche gilt für Holzstaub in Schreinereien. Aber auch im Büro können Brände entstehen, etwa durch defekte Kabel oder überlastete Mehrfachsteckdosen. Die folgenden Maßnahmen helfen Betrieben, Brandgefahren zu vermeiden bzw. im Fall eines Brandes den Schaden gering zu halten:

  • An oder in der Nähe von Arbeitsplätzen leichtentzündliche, brandfördernde oder selbstentzündliche Stoffe nur in minimaler Menge lagern.
  • Genügend Feuerlöscheinrichtungen in der geeigneten Brandklasse bereithalten (hierzu ASR A2.2, Absatz 5).
  • Feuerlöscher mindestens alle zwei Jahre prüfen lassen.
  • Feuer- und explosionsgefährdete Bereiche durch Aufstellen von Hinweisschildern kennzeichnen.
  • Hinweisschilder zu den Feuerlöscheinrichtungen anbringen und beachten.
  • Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Bedienung der Feuerlöscher schulen. Schulungen regelmäßig wiederholen.
  • Für den Brandfall Alarmplan aufstellen und beachten.
  • Fluchtwege kennzeichnen und freihalten.
  • Zufahrten für die Feuerwehr freihalten.
  • Alle Brandschutzmaßnahmen schriftlich festhalten.

Brände richtig bekämpfen

Brände in Betrieben sind keine Seltenheit. Jahr für Jahr erhalten die Unfallversicherungsträger rund 3.500 Meldungen über Arbeitsunfälle, die auf Brände oder Explosionen zurückzuführen sind. Zu den häufigsten Verletzungen der betroffenen Beschäftigten zählen Verbrennungen der Haut sowie Vergiftungen durch Rauchgase. Ein Teil dieser Verletzungen hätte durch die richtige Wahl des Löschgeräts vermieden werden können.

Es kommt vor, dass Beschäftigte entgegen der aktuellen Empfehlung einer in Flammen stehenden Kollegin oder einem Kollegen mit einer Löschdecke zu Hilfe eilen. Mit fatalen Folgen: Der Abstand zu den Flammen ist viel zu gering, sodass sich die Retter selbst Verbrennungen oder eine Rauchvergiftung zuziehen. Die DGUV empfiehlt bei Personenbränden stets den Einsatz eines Feuerlöschers. Dabei sind die geeignete Brandklasse und ein Mindestabstand von zwei bis drei Metern zu beachten. Für einen durch Speisefett ausgelösten Brand wäre das beispielsweise die Brandklasse F. Auch das richtige Vorgehen ist wichtig. So darf der Strahl des Löschmittels nicht auf Augen und Gesicht zielen, hingegen sollte der erste Löschstoß auf Brust und Schulter erfolgen, um den Hals und das Gesicht vor heraufzüngelnden Flammen zu schützen.

Informationen und Material im Internet

Auf der Website der DGUV gibt es zahlreiche Schulungsvideos, die den richtigen Einsatz von Feuerlöschern bei Personenbränden und das Verhalten im Brandfall demonstrieren. Zudem bietet die Internetseite des Sachgebiets Betrieblicher Brandschutz eine Fülle von Informationsschriften und Regeln zum kostenlosen Download an. Hilfreich für das Erstellen eigener Brandschutzmaßnahmen ist die DGUV Information 205-001 „Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz“.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.dguv.de