Teamwork
Gutes Miteinander braucht Regeln © NicoElNino / Thinkstock

Gutes Miteinander braucht Regeln

Ob Teilzeit, Außendienst oder Homeoffice: Verschiedene Arbeitsorte und Arbeitszeitmodelle führen heute dazu, dass sich Beschäftigte immer häufiger mit Kolleginnen und Kollegen in unterschiedlichen Konstellationen austauschen müssen. Mit wenigen Mitteln lässt sich dabei für ein reibungsloses Teamwork und ein gutes Betriebsklima sorgen.

Es gibt heute kaum ein Berufsbild, bei dem Teamarbeit nicht ein wichtiger Erfolgsfaktor ist. Was aber, wenn es nicht klappt mit der Zusammenarbeit? Schließlich belegen Studien, etwa das kürzlich abgeschlossene „Project Aristotle“ des Internetkonzerns Google, dass Teams – richtig aufgestellt – deutlich effizienter arbeiten. Wie also kann gutes Teamwork gelingen – auch in Zeiten von „Jobsharing“, Teilzeitarbeit und Außeneinsätzen? Und was können Sicherheitsbeauftragte dazu beitragen?

Zusammenarbeit fördern

„Es gibt ein paar Faktoren, die auch für die Arbeit von virtuellen Teams beziehungsweise von Teams, deren Struktur sich immer mal wieder verändert, wichtig sind“, sagt Martin Prüße von der Abteilung Gesundheitsschutz bei der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) und Leiter des Sachgebiets „Veränderung der Arbeitskulturen“ bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). „Dazu gehört, dass Aufgaben und Rollen im Team klar abgegrenzt und individuelle sowie Gruppenziele definiert sind. Ebenso sollte es regelmäßige Feed- backschleifen in Form von Gesprächen oder anderen Methoden sowie Arbeits-Verhaltensregeln geben. Hier können Sicherheitsbeauftragte positiv auf das Wir-Gefühl einwirken, indem sie immer wieder deutlich machen, dass ein gutes Klima im Team sich auch positiv auf die Gesundheit aller auswirkt.“

Sich ein Bild machen

Darüber hinaus, so der Arbeitspsychologe, sei Vertrauen eine wichtige Grundlage für ein gut funktionierendes Team: „Das basiert auf kollegialem Verhalten und setzt einen intensiven Austausch untereinander voraus. Wenn man sich aber nicht jeden Tag sieht oder im äußersten Fall gar nicht kennt, ist Transparenz im Hinblick auf die Fähigkeiten und Erfahrungen der anderen besonders wichtig. Nur wenn die Kollegen Vertrauen in die Leistung und das „korrekte“ und verlässliche Verhalten der anderen haben, ist ein wertschätzendes Miteinander möglich. Dieses stärkt auch die emotionale Bindung untereinander, unabhängig vom physischen Kontakt oder sprachlichen beziehungsweise kulturellen Unterschieden.“ Er hat eine Idee für Teams, die nicht dauerhaft oder räumlich zusammenarbeiten: „Den Mitgliedern sollte es ermöglicht werden, sich im wahrsten Sinne des Wortes ein ‚Bild von den anderen machen zu können‘, zum Beispiel durch eine Art Steckbrief, den jeder von sich anlegt: Was kann ich? Welche Erfahrungen bringe ich mit? Was sagen meine Freunde über mich? Welche Aufgaben habe ich in unserem Team? Diese Informationen sollten allerdings nur in einem geschützten (gern virtuellen) Raum ausgetauscht werden.“

Gemeinsam mehr erreichen

 Auch Sicherheitsbeauftragte können Teamwork im Unternehmen fördern. Etwa, indem sie darauf einwirken, dass durch gezielte Kommunikation Regeln und Werte im Team verankert werden. Martin Prüße weist zudem auf das Instrument der sogenannten Ideen-Treffen hin, die auch online moderiert werden können: „Gerade, wenn sich Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Teams zusammentun und für Problemlösungen einsetzen, fördern die „Ideen-Treffen“ gemeinsame Einstellungen und Regeln. So können Lösungen für Konflikte leichter gefunden, Vorurteile abgebaut und auch Beeinträchtigungen für die Gesundheit vermieden werden.“ Und ganz nebenbei sinke dadurch auch das Risiko von Fehlentscheidungen und Misserfolgen.

Wichtige Regeln zum Ideen-Treffen finden Sie hier: www.dguv.de