Arbeitsunfallgeschehen
Grafik zur Anzahl von Unfallrenten aufgrund eines Arbeitsunfalls und zur Anzahl meldepflichter Arbeitsunfälle im  Jahr 2016 bei einer betrieblichen Tätigkeit. © DGUV

Hoch hinaus - aber sicher!

In der beliebten Rubrik „Das Allerletzte“ sind sie die Klassiker, so auch in diesem Heft: Bilder, auf denen Leitern in teils haarsträubender Weise gehandhabt werden. Der Hintergrund ist allerdings sehr ernst, denn Arbeitsunfälle mit Leitern haben oft besonders schwerwiegende Folgen. Dabei lassen sich Leiterunfälle leicht vermeiden.

"Nimm die Leiter ernst, dann kommst du sicher hoch hinaus!" – prägnanter als Clemens Kube, Aufsichtsperson im Präventionsdienst der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM), kann man es wohl nicht ausdrücken. Grundsätzlich ist die Arbeit mit und auf einer Leiter immer gefährlich. Daher schreibt auch die Betriebssicherheitsverordnung vor, dass geprüft werden muss, ob für die auszuführenden Tätigkeiten die Benutzung einer Leiter tatsächlich erforderlich ist oder ob nicht ein anderes Hilfsmittel, wie ein Podest, eine Hubarbeitsbühne oder ein Gerüst, sicherer und geeigneter wäre. Die Verwendung von Leitern sollte generell nur auf besondere Umstände wie kurzzeitige Tätigkeiten beschränkt werden.

So ist es richtig

Als Präventionsexperte weiß Clemens Kube: „Wer eine Leiter benutzt, muss Regeln und Präventionsmaßnahmen beachten.“ Einige besonders wichtige:

  • Die Art der Leiter muss für den jeweiligen Einsatzzweck geeignet sein. Außer den weit verbreiteten Anlegeleitern gibt es Stehleitern, Trittleitern und weitere Formen.
  • Der Anstellwinkel einer Anlegeleiter muss zwischen 65 und 75 Grad betragen – nicht zu flach und nicht zu steil!
  • Die Leiter muss auf einem standsicheren und ebenen Untergrund aufgestellt werden. Zusätzliches Festbinden oder Einhaken des Leiterkopfes trägt außerdem zu einer Erhöhung der Sicherheit bei.
  • Die obersten drei Sprossen einer Anlegeleiter dürfen nicht betreten werden.
  • Beschädigte Leitern dürfen nicht mehr verwendet werden.
  • Arbeitgeber müssen Beschäftigte mindestens einmal im Jahr zu den Sicherheitsvorkehrungen auf Leitern unterweisen.

Umsicht ist geboten

Die Verletzungen beim Sturz von einer Leiter können außerordentlich schwer sein. Das zeigen Statistiken der gesetzlichen Unfallversicherung, siehe unten. Mit 12 Prozent ist der Anteil der Leiterunfälle an den schweren Unfällen – diese haben eine Rentenzahlung zur Folge – mehr als viermal so hoch wie der Anteil der Leiterunfälle an den Arbeitsunfällen insgesamt (2,9 Prozent). Umsichtiges Handeln beim Umgang mit Leitern ist daher unabdingbar.