Interview
Ute Höpken, Betriebsärztin der Drägerwerk AG & Co. KGaA in Lübeck. © Christian Wese

Gesundheit managen

Ute Höpken,
Betriebsärztin bei Dräger in Lübeck.

Welche Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge bieten Sie den Beschäftigten?
Wir haben direkt am Stammsitz ein Gesundheitszentrum mit betriebsärztlichem Dienst, kooperierenden Praxen sowie einem Dräger-Fitnessclub etabliert. Einige Präventionsprogramme richten sich speziell an Mitarbeitende mit Risikofaktoren, etwa Maßnahmen gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Weshalb haben Sie die gesundheitliche Eigenverantwortung der Beschäftigten zu einem wesentlichen Baustein in der BGM-Initiative gemacht?
Die gewerblichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählen zu den Personen, die erfahrungsgemäß wenig Selbstfürsorge betreiben. Vielen ist nicht klar, dass Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems nicht nur dem Verschleiß, sondern zu einem beträchtlichen Maße auch dem Lebensstil geschuldet sind. Zu wenig Bewegung ist hier das Stichwort. Wer die Zeit nach der Arbeit auf dem Sofa verbringt, gibt dem Körper keine Möglichkeit, Bewegungsarmut und Belastungen des Alltags auszugleichen. Vielen ist es nicht bewusst, dass sie aktiv zu ihrer eigenen Erholung beitragen können. Oft fehlen auch einfach die Zeit und der Elan, Sport und Entspannung in den Alltag einzubauen. Da wollen wir mit Angeboten in unserem Werk gegensteuern.

Wie erreichen und wie überzeugen Sie die Menschen?
Zum einen setzen wir auf unsere Gesundheitslotsinnen und -lotsen sowie Führungskräfte als Mittler. Sie sollen unmittelbar am Arbeitsplatz für unsere Gesundheitsangebote werben und das Thema Gesundheit direkt in den Produktionsbereich tragen. Unsere bewegten Pausen sind ein gutes Beispiel. Wenn jemand am eigenen Körper spürt, wie gut Bewegung tut, dann setzt er oder sie das vielleicht auch in der Freizeit um. Auf der anderen Seite vertiefen wir das Thema Selbstfürsorge bei unserer betriebsärztlichen Beratung. Hier nehmen wir uns dann viel Zeit. Wir wissen aber auch, dass wir ein ganz dickes Brett bohren. Deshalb müssen wir das an vielen verschiedenen Stellen tun.