Erholsamer Schlaf
Frau gähnt © Manuel Faba Ortega / Thinkstock

Risiko Schlafmangel

Gerade im Zuge der Zeitumstellung im Frühjahr wurde es vielen wieder bewusst: Regelmäßiger Schlaf ist enorm wichtig für das Wohlbefinden. Wer nicht genug schläft, kann aber auch sich und andere am Arbeitsplatz gefährden. Besonders häufig sind Schicht- und Nachtarbeitende von Schlafstörungen oder -mangel betroffen.

Pünktlich zur Umstellung auf die Sommerzeit im März 2017 machte der Gesundheitsreport „Deutschland schläft schlecht – ein unterschätztes Problem“ der DAK auf ein aktuelles Thema aus der Arbeitswelt aufmerksam: Rund 80 Prozent der Erwerbstätigen schlafen demnach schlecht. Die Tendenz war in den letzten Jahren stark steigend. Termin- und Leistungsdruck, Überstunden sowie Nachtschichten sind einige der gesundheitlichen Risikofaktoren, die in dem Report genannt werden.

Lerchen und Eulen.

Auch bei Erwerbstätigen, die keine Schichtarbeit verrichten, passen Biorhythmus und Arbeitszeit oft nicht optimal zusammen. Laut einer Erhebung von Schlafforschern der Ludwig-Maximilians-Universität München ist der natürliche Rhythmus der meisten Menschen auf eine Nachtruhe zwischen Mitternacht und acht Uhr ausgelegt, siehe Grafik unten. Die Schlafforscher bedienen sich dabei der bekannten Grobeinteilung in „Lerchen“ – Menschen, die abends schnell müde werden und früh aufstehen – sowie „Eulen“, die lange wach bleiben, dafür morgens nur schwer aus den Federn kommen. Grundsätzlich empfehlen Mediziner mindestens sieben Stunden Schlaf pro Tag.

Schlafmangel schadet.

Die möglichen Folgen von Schlafmangel sind nicht zu unterschätzen, unter anderem:

  • Bluthochdruck und ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt.
  • Depressionen und andere psychische Probleme.
  • Ein höheres Risiko für Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2.

Unausgeschlafene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können ein Risiko am Arbeitsplatz sein. Wer übermüdet ist, hat oft ein verringertes Reaktionsvermögen und Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Wer dann Maschinen oder Fahrzeuge führt, läuft Gefahr, durch Fehler sich und andere zu gefährden. Außerdem steigt das Risiko von Stürzen und anderen Unfällen.

Schicht- und Nachtarbeit.

Besonders häufig leiden Menschen, die in Schicht- oder Nachtarbeit tätig sind, unter Schlafproblemen. In Schichtarbeit kann sich der Körper nie langfristig auf einen festen Rhythmus einstellen. Bei Nachtarbeit steht der Tagesablauf immer der inneren Uhr entgegen, die sich am Tageslicht orientiert. Folgende Kniffe können helfen, besser zu schlafen:

  • Solange die Schicht gleich bleibt, sollten auch die Schlafzeiten möglichst identisch bleiben, damit der Körper sich an sie gewöhnen kann. Auch die Mahlzeiten sollten regelmäßig stattfinden.
  • Der Schlaf kann sich nach einer Nachtschicht auch aufteilen, zum Beispiel in drei Stunden direkt nach der Arbeit und vier am Nachmittag. Auch kurze Nickerchen, etwa direkt vor der Nachtschicht, sind sinnvoll.
  • Freunde, Familie und Kollegen sollten über die Schlafzeiten Bescheid wissen und Rücksicht darauf nehmen.
  • Das Schlafzimmer sollte auch tagsüber so dunkel und ruhig wie möglich sein. Zur Not helfen Ohrenstöpsel und eine Schlafmaske.

Wer dauerhaft keinen erholsamen Schlaf findet, sollte sich ärztliche Hilfe von Allgemein- oder Schlafmedizinern holen.

Konkret Tipps für einen gesunden Schlaf.

Auch wer keine Schichtarbeit verrichtet, sollte Folgendes beherzigen:

  • Sich tagsüber bewegen und mindestens 30 Minuten an der frischen Luft verbringen.
  • Die letzte Mahlzeit einige Stunden vor dem Zubettgehen einnehmen.
  • Vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen keine koffeinhaltigen Getränke trinken.
  • Vor dem Schlafen Fernseher, Smartphone, Tablet und Computer ebenso meiden wie Alkohol und Zigaretten.
  • Beim Einschlafen können Rituale helfen, wie eine Dusche, Musikhören oder ein Spaziergang kurz vor dem Zubettgehen.

Informationen zu gesundheitlichen Aspekten von Schicht- und Nachtarbeit finden Sie hier: www.dguv.de