Arbeitsschutz
Dachdecker beim Arbeiten auf einem Dach © sculpies / Thinkstock

Sicher arbeiten unter
freiem Himmel

Schutz der Beschäftigten vor UV-Strahlung der Sonne ist für Betriebe Pflicht. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) empfiehlt dazu eine Reihe von Maßnahmen jenseits von Hut und Sonnencreme.

Wer sich Tag für Tag Sonnenstrahlung aussetzt, steigert sein Risiko für hellen Hautkrebs. Die UV-Strahlung der Sonne regt auf Dauer Veränderungen in Hautzellen an, aus denen sich Tumore entwickeln können. Seit dem 1. Januar 2015 können deswegen multiple aktinische Keratosen und einige Arten des hellen Hautkrebses als Berufskrankheit anerkannt werden. Die Berufskrankheit kann beispielsweise bei Beschäftigten aus der Landwirtschaft, dem Baugewerbe und dem Handwerk sowie bei Dienstleistenden, wie zum Beispiel Post- und Paketzustellerinnen und -zustellern, auftreten.

Prävention

Bei Tätigkeiten im Freien verpflichten sich Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit dem Arbeitsschutzgesetz, der Arbeitsstättenverordnung und der DGUV Vorschrift 1 zur Unfallverhütung, ihre Beschäftigten vor den UV-Strahlen der Sonne zu schützen. Die UV-Belastung lässt sich durch gezielte Prävention reduzieren. Bei den Maßnahmen, die die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung beschreiben, gilt das TOP-Prinzip: Technisch – Organisatorisch – Persönlich. Das bedeutet: Schutz, der technisch realisierbar ist, geht vor organisatorischen Maßnahmen des Betriebs und vor persönlichen Schutzmaßnahmen.

Technische Maßnahmen

Zu diesen Maßnahmen zählen zum Beispiel ein Zelt über einer Baustelle bei Straßenbauarbeiten oder Sonnensegel, die auf einer Obstplantage Schatten spenden. Die DGUV empfiehlt den Einsatz von technischen Schutzmaßnahmen insbesondere von März bis September bei regelmäßigem Aufenthalt an sonnigen Tagen im Freien von mindestens einer Stunde in der Zeit von etwa 11:00 bis 15:00 Uhr.

Organisatorische Maßnahmen

Auf der Organisationsebene können Betriebe dafür sorgen, dass ihre Beschäftigten nicht in der Mittagssonne zwischen 11:00 und 15:00 Uhr im Freien arbeiten. Denn zu dieser Zeit ist die UV-Strahlung der Sonne am höchsten. Manchmal sind Arbeiten in diesem Zeitraum unvermeidbar, zum Beispiel bei Angestellten in Freibädern oder bei Abläufen auf dem Bau. Dann könnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich abwechseln, sodass jeder einzelne nur kurz der Strahlung ausgesetzt ist. Lassen sich die Arbeitszeiten jedoch in die Morgenstunden oder Abendstunden verlegen, beispielsweise bei Beschäftigten in Handwerk, Baugewerbe und Landwirtschaft, sollten Betriebe davon Gebrauch machen.

Persönliche Schutzmaßnahmen

Zu den persönlichen Schutzmaßnahmen zählen körperbedeckende, den Arbeitsbedingungen angepasste Kleidung, eine Kopfbedeckung und Sonnenschutzbrillen, sodass die Haut möglichst komplett geschützt ist. Sonnenschutzcreme (UV-Schutzmittel) mit hohem Lichtschutzfaktor sollten Beschäftigte auf unbedeckte Körperstellen, zum Beispiel Hände und Gesicht, auftragen und alle zwei Stunden nachcremen.


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