Sicherer Schulweg
Fröhliche Schulkinder © shironosov / Thinkstock

Zu Fuß zur Schule?
Aber sicher!

Der Schulweg ist für viele Kinder eine Quelle der Gefahr. Zwei Verkehrs­er­ziehungs­projekte der Unfallkasse Rheinland-Pfalz zeigen, wie die Sicherheit auf dem Schulweg verbessert werden kann.

Kinder sind im Straßenverkehr klar benachteiligt: Zum einen haben sie wegen ihrer Körpergröße eine eingeschränkte Sicht und können beispielsweise nicht über parkende Autos hinwegsehen. Zum anderen sind sie aufgrund ihres Entwicklungsstandes oftmals noch nicht in der Lage, Geschwindigkeiten und Situationen richtig einzuschätzen. Schulen, Eltern sowie die Schülerinnen und Schüler selbst können eine Menge dazu beitragen, den Schulweg sicherer zu gestalten. Auch die Unfallkassen vor Ort und die DGUV unterstützen sie mit Informationsmaterialien, Projekten und Aktionen.

Wegweisende Füße

Den Schülerinnen und Schülern der Gebrüder-Grimm-Grundschule im rheinland-pfälzischen Rheinbreitbach helfen gelbe Fußabdrücke, um möglichst sicher zur Schule zu kommen. Die aufgebrachten Markierungen stellen eine Empfehlung für den Schulweg der Kinder dar und helfen ihnen, Gefahrensituationen zu umgehen. „Gehende“ Symbole
zeigen ihnen die Laufrichtung, bei „stehenden“ Füßen wissen die Kinder, dass sie stoppen müssen. Bevor sie die Straße überqueren, müssen sie sich vergewissern, ob diese frei ist. Das Verkehrssicherheitsprojekt der Unfallkasse Rheinland-Pfalz (UK RLP) stößt in Rheinbreitbach auf große Resonanz. Neben der Schule beteiligen sich zwei Kitas an der Aktion. Darüber hinaus profitiert das Projekt von der engen Zusammenarbeit zwischen Kommune, Polizei, Schule, Kitas, Eltern und der UK RLP.

Sichere Schulwegführung

Bereits vor dem offiziellen Gelbe-Füße-Start machte Nadine Engebrecht, Verkehrssicherheitsberaterin bei der Polizei­inspektion Linz, vier Schulklassen aus Rheinbreitbach mit den Gelben Füßen vertraut. Über 80 Kinder aus dem ersten und zweiten Schuljahr übten mit der Verkehrsexpertin die neue Schulwegführung. „Eltern unterstützten mich beim Verkehrssicherheitstraining. Sie hatten sich an den markierten Stellen positioniert und standen den Kindern dort helfend zur Seite. In den anschließenden Gesprächen gaben sie mir durchweg ein positives Feedback“, freut sich die Verkehrsberaterin.

Gefahrenquelle Elterntaxi

„Das Projekt bedeutet nicht nur, an Gefahrenpunkten die Markierungen zu platzieren. Wir haben es auch geschafft, auf dem kleinen Dienstweg positive Veränderungen zur Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr zu bewirken“, berichtet Schulleiterin Patricia Schon-Ohnesorge. Eine dieser positiven Veränderungen hat Christoph Heck auf den Weg gebracht. Er ist in der Verbandsgemeinde Unkel Leiter des Ordnungsamtes und war von Anfang an in das Projekt eingebunden. Heck setzte sich für eine Einbahnstraßenregelung an der Schule ein. So konnte die unübersichtliche Verkehrssituation, die durch die vielen „Elterntaxen“ entstanden war, entschärft werden.

Diese Lösung ist zwar kein Patentrezept für alle Schulen, verdeutlicht aber die Problemstellung: Eltern, die ihre Kinder mit dem eigenen Wagen, dem sogenannten Elterntaxi, zur Schule bringen, halten oft verkehrswidrig vor Schulen und behindern so andere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer. Vor allem zur „Rushhour“ herrscht häufig Verkehrschaos und es entstehen Gefahren beim Ein- und Aussteigen. Zudem verhindern Eltern, die ihre Kinder zur Schule chauffieren, dass diese beim eigenständigen Zurücklegen des Schulwegs die Verkehrsregeln verinnerlichen und es lernen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen.

Leuchtende Schulkinder

Kinder, die zu Fuß unterwegs sind, werden vor allem in der dunklen Jahreszeit vermehrt in Unfälle verwickelt. Kinder im Straßenverkehr besser sichtbar zu machen – und damit vor Unfallgefahren zu schützen – ist Ziel des Verkehrssicherheitsprojekts „Leuchtende Schulkinder“. Die Idee, an den Schulranzen blinkende LED-Leuchten anzubringen, hatte Thomas Schmitz, Fachberater für Verkehrserziehung im Kreis Cochem-Zell. Mit Unterstützung der UK RLP und der Polizeiinspektion Cochem startete ein auf ein halbes Jahr ausgelegtes Pilotprojekt an der Petrus-Mosellanus-Grundschule in Bruttig-Fankel. „Unsere Schülerinnen und Schüler sind – ob sie nun mit dem Bus, zu Fuß oder mit dem Elterntaxi zur Schule kommen – eine Zeit lang im öffentlichen Verkehrsbereich unterwegs. Durch die blinkenden Leuchten sind die Kinder besonders in der dunklen Jahreszeit gut zu sehen“, erklärt Schulleiterin Monika Neunheuser-Etzkorn. 60 Kinder erhielten die LED-Leuchten, die morgens zu Hause angeschaltet und in der Schule wieder ausgeschaltet werden – ein wahrhaft leuchtendes Beispiel für gelebte Sicherheit.

Unterstützung für die Schulen

Mobilitäts- und Verkehrserziehung ist nach einer Empfehlung der Kultusministerkonferenz eine übergreifende Bildungs- und Erziehungsaufgabe. Das Sachgebiet Verkehrssicherheit der DGUV unterstützt Lehrerinnen und Lehrer mit verschiedenen bundeslandübergreifenden Medienangeboten, wie zum Beispiel Druckschriften, Flyern, Postern und Filmen. So sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, sich im Straßenverkehr sicher zu Fuß, mit dem Rad, per Bus oder Bahn zu bewegen. Einen guten Überblick sowie Material für die Verkehrssicherheitsarbeit in Schulen bietet die DGUV auf ihrer Website unter:

www.dguv.de

Projekt „Gelbe Füße“ der UK RLP unter:

www.ukrlp.de