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Rechtlich abgesichert bei Erster Hilfe
Bewusstlose Personen müssen in die Seitenlage gebracht werden, um beispielsweise einen Atemstillstand zu verhindern. © Grafik: Getty Images/lukaves
Arbeitswelt

Rechtlich abgesichert bei Erster Hilfe

Schon gewusst? In diesen Fällen stehen Beschäftigte unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn sie Erste Hilfe leisten.

Datum: 14.07.2021

Es war Rettung aus höchster Not: Bei einem Glasproduzenten geriet im Sommer 2020 ein Mitarbeiter zwischen zwei Glasscheiben. Rund 250 Kilogramm wog jede von ihnen. Zwei Mitarbeitern gelang es, die verletzte Person zu befreien. Ein gerufener Ersthelfer kümmerte sich um die Erstversorgung und verständigte den Rettungsdienst.

Der Einsatz war erfolgreich: Dem damals verletzten Kollegen geht es inzwischen so gut, dass er wieder arbeiten kann. Die drei ersthelfenden Kollegen ehrte die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft für ihr Engagement mit einer Urkunde und Geldprämie.

Ersthelfende sind juristisch abgesichert

Der Fall zeigt, wie wichtig Ersthelferinnen und Ersthelfer im Betrieb sind, aber auch, dass es auf den beherzten Einsatz anderer Beschäftigter ankommt.

„Dabei kann die Angst aufkommen, etwas falsch zu machen oder die verletzte Person noch mehr zu schädigen. Hinzu kommt die Befürchtung, eventuell für einen entstandenen Schaden einstehen zu müssen oder gar für einen Fehler zur Rechenschaft gezogen zu werden“, berichtet Dr. Horst Reuchlein, Leiter des Fachbereichs Erste Hilfe bei der DGUV.

Doch diese Sorge ist unbegründet. „Ersthelfende sind in doppelter Hinsicht juristisch abgesichert – sowohl wenn sie bei der Ersten Hilfe nicht optimal handeln als auch, wenn sie sich dabei selbst verletzen“, weiß der Experte.

Weitere Informationen

Näheres zum Thema Erste Hilfe im Arbeitsbetrieb bietet die DGUV.

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Die Herz-Druck-Massage ist ein wichtiger Bestandteil der Ersten Hilfe. © Grafik: Getty Images/lukaves
Folgen bei unterlassener Hilfeleistung

Wer bei Unglücksfällen keine Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und zuzumuten ist, hat nach Paragraf 323 c des Strafgesetzbuches mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe zu rechnen. Das gilt insbesondere, wenn Erste Hilfe ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist.

Sicherheitsbeauftragte für die Erste Hilfe

Dass sich allein im Jahr 2020 laut DGUV-Statistik 760.369 meldepflichtige Arbeitsunfälle ereigneten, macht deutlich, wie wichtig es ist, im Betrieb für Erste Hilfe zu sensibilisieren.

Sicherheitsbeauftragte spielen hier eine wichtige Rolle, weil sie sowohl Informationen zugänglich machen als auch Schulungen anregen können. Zudem können sie in Absprache mit einer Führungskraft dafür sorgen, dass die Verbandkästen stets vollständig und für alle zugänglich sind, sowie Plakate mit den wichtigsten Informationen aushängen.

Bei Führungskräften und der Unternehmensführung können Sicherheitsbeauftragte darüber hinaus eine regelmäßige Unterweisung in Erster Hilfe im Betrieb anregen. Damit ist die gesamte Belegschaft für den Ernstfall gerüstet – auch mental.

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