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Keine Angst, Erste Hilfe zu leisten!
Nicht alle Beschäftigten sind als Ersthelfende geschult. Doch: Jegliche Hilfe ist besser als gar keine Hilfe! © Illustration: Ilin Sergey
Gesundheit

Keine Angst, Erste Hilfe zu leisten!

Wenn etwa bei der Arbeit in einer Küche jemand nach einem tiefen Schnitt in den Finger das Bewusstsein verliert, ist schnelle Hilfe gefragt. Ersthelferinnen und Ersthelfer in Betrieben und Einrichtungen sind unverzichtbar.

Datum: 17.01.2019

Bei einem Notfall am Arbeitsplatz ist Zeit kostbar. Prinzipiell können alle einen Beitrag zur Ersten Hilfe leisten, wie die Tipps auf dem Aushang der vorangehenden Seiten zeigen. Darüber hinaus sind vor allem die geschulten Ersthelferinnen und Ersthelfer gefragt. In jedem Unternehmen muss es eine Mindestanzahl von Personen geben, die nach den Vorschriften der gesetzlichen Unfallversicherungsträger in Erster Hilfe ausgebildet wurden. Diese Personen sollten im Falle einer Verletzung oder einer plötzlichen Erkrankung immer sofort gerufen werden. Ausgebildete Ersthelfende sind unter anderem mit diesen Themen vertraut:

  • Unfallstelle sichern, eigene Sicherheit beachten und Notruf absetzen
  • Maßnahmen bei Bewusstlosigkeit ergreifen
  • Wiederbelebende Maßnahmen (auch automatisierte Defibrillation) durchführen
  • Blutungen und Wunden versorgen
  • Maßnahmen bei Verletzungen der Muskeln, Gelenke und Knochen anwenden
  • Maßnahmen bei akuten Erkrankungen wie einem Herzinfarkt ergreifen
  • Vergiftungen und Verätzungen erstversorgen
  • Auf thermische Schädigungen (z. B. Verbrennungen) reagieren
Keine Angst, Erste Hilfe zu leisten!

Nicht alle Beschäftigten sind als Ersthelfende geschult und vielen Menschen mag das Handeln bei einem Notfall Unbehagen bereiten. Dennoch sollte niemand Angst davor haben, etwas falsch zu machen. Denn jegliche Hilfe ist besser als gar keine! Hilfe kann eben auch bedeuten, bei einer verunfallten Person zu bleiben, sie zu beruhigen und darauf hinzuweisen, dass der Rettungsdienst bereits unterwegs ist. Ein grundlegendes Instrument, um alle Beschäftigten im Betrieb für Notfälle vorzubereiten, ist die jährliche Unterweisung. In diesem Rahmen sollten wichtige Informationen zum Ablauf der Ersten Hilfe weitergegeben werden. Dazu zählen beispielsweise die Namen und Arbeitsbereiche der zuständigen Ersthelfenden sowie deren Erreichbarkeit. Daneben sollte über die Standorte des Erste-Hilfe-Materials und die Möglichkeiten zum Absetzen eines Notrufs informiert werden.

Die Rolle der Sicherheitsbeauftragten

Auch Sicherheitsbeauftragte können aktiv mitwirken, indem sie beispielsweise überprüfen, ob die Verbandkästen ausreichend befüllt sind, oder indem sie sich nach Aufklärungsbedarf erkundigen. Nicht zuletzt können sie Kolleginnen und Kollegen ermuntern, sich für die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit einzusetzen, indem sie sich zu Ersthelfenden ausbilden lassen.

Ausbildung in Erster Hilfe

Der Lehrgang „Ausbildung in Erster Hilfe“ umfasst neun Unterrichtseinheiten mit einer Dauer von jeweils 45 Minuten. Alle zwei Jahre müssen sich Ersthelfende fortbilden. Die Schulungsmaßnahmen können grundsätzlich in der Arbeitszeit stattfinden. In der Regel werden die Lehrgangsgebühren vom zuständigen Unfallversicherungsträger übernommen.

Ausbildungsstellen für Ersthelfende sind in der folgenden Datenbank aufgelistet: www.bg-qseh.de

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