Versicherungsschutz
Ausbilder und Auszubildender© Thinkstock / monkeybusinessimages

Sicherer Berufseinstieg

Junge Menschen sind überproportional häufig an Arbeits- und Wegeunfällen beteiligt. Umso wichtiger ist es, sie von Beginn an für Gefahrenquellen und die Vermeidung von Unfällen zu sensibilisieren.

Sind Auszubildende bereits am ersten Arbeitstag gesetzlich unfallversichert?

„Ja“, sagt Eberhard Ziegler, Leiter des Referats Versicherungsrecht bei der DGUV. „Auszubildende sind, wie alle anderen Beschäftigten auch, bei dem für das Unternehmen zuständigen Unfallversicherungsträger versichert.“ Dies gilt jedoch nur für die Tage, an denen sich die Auszubildenden im Betrieb aufhalten. Während ihrer Besuche in der Berufsschule sind sie über den Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand versichert, also die regional zuständige Unfallkasse.

Unter welchen Bedingungen besteht Versicherungsschutz?

Grundsätzlich greift der Versicherungsschutz, wenn ein Arbeitsunfall vorliegt. „Das ist immer dann der Fall, wenn die Auszubildenden infolge ihrer versicherten Tätigkeit einen Unfall erleiden“, erklärt Ziegler. Nicht versichert sind private Tätigkeiten. Dazu zählen beispielsweise das Essen und Trinken während der Pause.

Es gibt aber auch Situationen, die nicht so eindeutig zu klären sind, etwa das Herumalbern am Arbeitsplatz. Wenn sich beispielsweise eine Gruppe von Auszubildenden gegenseitig mit Schrauben bewirft und es dabei zu einer Verletzung kommt, liegt nicht zwangsläufig ein Arbeitsunfall vor. Die Auszubildenden handeln in dieser Situation verbotswidrig. Zwar schließt verbotswidriges Handeln die Annahme eines Arbeitsunfalls generell nicht aus, aber sich gegenseitig mit Schrauben zu bewerfen, gehört ganz sicher nicht zu den Ausbildungstätigkeiten. Ziegler erklärt: „Solch ein Handeln kann aber trotzdem versichert sein, und zwar aufgrund fehlender Einsichtsfähigkeit in die Gefährlichkeit des Tuns und der Gruppendynamik.“ Hier gilt: Je älter und einsichtsfähiger die Auszubildenden sind, desto eher kann in einem solchen Fall der Versicherungsschutz erlöschen.

Was ist zu tun, wenn auf dem Arbeitsweg ein Unfall geschieht?

„Wenn Auszubildende einen Wegeunfall erleiden, sollten sie den Unfall möglichst bald im Betrieb melden“, erklärt erklärt Referatsleiter Ziegler. „Sicherheitsbeauftragte oder Vorgesetzte können dann Hilfestellung leisten und ihnen sagen, was als nächstes zu tun ist.“ Beispielsweise wissen sie, wann es notwendig ist, eine Durchgangsärztin bzw. einen Durchgangsarzt aufzusuchen. Wenn der oder die Auszubildende nach einem Wegeunfall länger als drei Tage arbeitsunfähig ist, muss der Betrieb den Unfall dem zuständigen Unfallversicherungsträger melden.

An wen können sich Auszubildende mit Fragen zum sicheren und gesunden Arbeiten wenden?

Ansprechpersonen sind die Vorgesetzten, aber natürlich auch die Sicherheitsbeauftragten. „Berufseinsteigerinnen und -einsteiger sollten zeitnah unterwiesen werden. Nach und nach sollten sie ein breites Wissen über die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz erhalten“, rät Ziegler. Am besten werden diese Themen direkt in den Ausbildungsplan integriert. Weiterhin können die Ansprechpersonen stets auf die Betriebsärztinnen und -ärzte verweisen, die selbstverständlich der Schweigepflicht unterliegen.

Material und Infos 

Auf dem Schulportal „Lernen und Gesundheit“ stellt die DGUV kostenlose Unterrichtsmaterialien für den Einsatz an berufsbildenden Schulen zur Verfügung, plus ein Quiz für Azubis. Nützliche Infos gibt es auch auf der Website der Kampagne „Jugend will sich-er-leben“ sowie in den Social-Media-Kanälen der DGUV (facebook, instagram und twitter)