Gesundheitsschutz
Motiv betriebliche Fürsorgepflicht© shutterstock / idear Replay

Betriebliche Fürsorgepflicht

Ob Schnittverletzung, Kreislaufkollaps, allergischer Schock oder Herzinfarkt am Arbeitsplatz: Für solche Fälle muss eine Erste-Hilfe-Leistung im Betrieb gewährleistet sein. So ist es vorgeschrieben.

Jedes Unternehmen in Deutschland hat gegenüber seinen Beschäftigten eine Fürsorgepflicht. Welche Verpflichtungen im Rahmen der Ersten Hilfe bestehen, darüber informiert die DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“. Um eine wirksame Erste Hilfe im Unternehmen sicherzustellen, müssen bestimmte Maßnahmen ergriffen werden:

  • Personelle Maßnahmen, z. B. Ersthelfende bestellen
  • Erste-Hilfe-Einrichtungen und -Material, z. B. Verbandkästen
  • Organisatorische Maßnahmen, etwa die Unterweisung der Beschäftigten

Mindestzahl von Ersthelfenden im Betrieb

Neben diesen Maßnahmen legt die DGUV Vorschrift 1 fest, wie viele ausgebildete Ersthelfende es in einem Unternehmen mindestens geben muss. Es gilt: Bei zwei bis 20 anwesenden beschäftigten Versicherten muss mindestens eine Ersthelferin oder ein Ersthelfer im Betrieb sein. Bei mehr als 20 anwesenden Versicherten richtet sich die geforderte Mindestanzahl nach der Art des Betriebs oder der Einrichtung:

  • Verwaltungs- und Handelsbetriebe: fünf Prozent der Anzahl der anwesenden Versicherten.
  • Sonstige Betriebe, wie etwa Produktionsbetriebe: zehn Prozent der anwesenden Versicherten. Also doppelt so viele wie etwa in einem gleich großen Handelsbetrieb.
  • Ebenfalls zehn Prozent in Hochschulen.
  • In Kindertageseinrichtungen: eine Ersthelferin bzw. ein Ersthelfer je Kindergruppe.

Zumutbarkeit von Hilfeleistungen

Jeder Mensch ist verpflichtet, einer Person zu helfen, wenn die Situation es verlangt und die Hilfeleistung möglich ist, ohne sich selbst zu schaden. Dabei muss niemand Unzumutbares leisten. Was zumutbar ist, hängt beispielsweise von der Lebenserfahrung und Vorbildung der helfenden Person ab. So müssen Menschen mit spezieller Sachkenntnis umfassender Hilfe leisten als Laien. Als nicht zumutbar gelten Hilfeleistungen, bei denen sich die Helfenden selbst in Gefahr bringen würden oder bei denen sie beispielsweise ihre Aufsichtspflichten gegenüber Kindern verletzen müssten.

Infomaterial der DGUV zur Ersten Hilfe

Wichtige Informationen zur Ersten Hilfe im Betrieb enthalten die folgenden Dokumente aus der Publikationsdatenbank: