Leistungsangebot
Eine Hand zeigt auf ein Blatt Papier

Aus- und Fortbildung von Sicherheitsbeauftragten

Unternehmen mit 20 oder mehr Beschäftigten sind gesetzlich dazu verpflichtet, Sicherheitsbeauftragte zu bestellen. Nach erfolgreicher Ausbildung helfen Sicherheitsbeauftragte ehrenamtlich, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten sowie Unfall- und Gesundheitsgefahren zu vermeiden. An der Schnittstelle zwischen Belegschaft und Führungsebene tragen sie zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit bei.

Um Sicherheitsbeauftragte in die Lage zu versetzen, dass sie ihr Ehrenamt fundiert und effektiv ausüben können, gibt es eine spezielle Ausbildung. Diese findet in der Regel bei der zuständigen Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse (dem Unfallversicherungsträger) statt. In Abhängigkeit vom Unfallversicherungsträger gliedert sich die Ausbildung meist in zwei Stufen: ein Einführungs- und ein Aufbauseminar. In der Regel dauern die Seminare drei Tage. Häufig sind sie branchenspezifisch gestaltet, sie richten sich also danach, in welchem Bereich die angehenden Sicherheitsbeauftragten tätig sind. Die Lehrmethoden sind nicht festgeschrieben. Vielmehr geht es darum, dass die Ehrenamtsanwärterinnen und -anwärter die Seminarinhalte verinnerlichen. Die Gestaltung und Dauer der Seminare ist den jeweiligen Veranstaltenden überlassen.

Die anfallenden Kosten für die Ausbildungsseminare trägt die Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse, bei der der Betrieb gesetzlich unfallversichert ist. Für die Zeit der Ausbildung erhalten die angehenden Sicherheitsbeauftragten von ihrem Betrieb weiterhin das gewohnte Entgelt.

Basisausbildung für Sicherheitsbeauftragte 

In den Einführungsseminaren werden fachübergreifende Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt. Mit diesen können die Teilnehmenden die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in ihrem Betrieb ehrenamtlich unterstützen. Ziel der Ausbildung ist es zudem, relevante Fach-, Sozial- und Methodenkompetenzen zu erlangen. Zu Beginn der Ausbildung machen sich die Teilnehmenden ihre Rolle als Sicherheitsbeauftragte bewusst und erfahren, welche Aufgaben sie erwarten. Sie werden zudem darin geschult, Gefährdungen zu erkennen und entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können. Beispiele für konkrete Themen sind:

  • Brandschutz
  • Erste Hilfe
  • Elektrischer Strom
  • Verkehrssicherheit
  • Gesundheitsschutz
  • Rechtsgrundlagen

Aufbaukurse für Sicherheitsbeauftragte 

In den Aufbauseminaren erweitern und vertiefen die Sicherheitsbeauftragten die im Grundkurs erlangten Kenntnisse und Fähigkeiten entsprechend den unternehmensspezifischen Tätigkeitsschwerpunkten. Wenn ein Unfallversicherungsträger ein Aufbauseminar „Büro“ anbietet, geht es dort beispielsweise um die ergonomische Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen. In einem Seminar „Logistik“ könnten Gefahrstoffe sowie Persönliche Schutzausrüstung ein Thema sein.

Fortbildungen der Unfallkassen und Berufsgenossenschaften

Einige Unfallversicherungsträger bieten zudem verschiedene Arten von Fortbildungen an. Diese dauern in der Regel zwischen einem und drei Tagen. Gesetzlich sind keine Fortbildungen für Sicherheitsbeauftragte vorgeschrieben. Dennoch empfiehlt es sich, dass Sicherheitsbeauftragte alle drei bis fünf Jahre eine Fortbildung absolvieren, um auf dem neuesten Stand hinsichtlich der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zu bleiben.

Wo genau die Fortbildungen ansetzen, ergibt sich aus dem branchenspezifischen Bedarf. Sollten beispielsweise im Rahmen von Unterweisungen vermehrt kommunikative Fähigkeiten gefordert sein, können Seminare zur Gesprächsführung weiterhelfen. Hier geht es beispielsweise um Fragetechniken, aktives Zuhören und konstruktives Formulieren.

Hinweis:

Um an den Fortbildungen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen teilnehmen zu können, müssen die Sicherheitsbeauftragten in der Regel sowohl das Grund- als auch das Aufbauseminar bereits absolviert haben.

Allgemeine Informationen zur Ausbildung von Sicherheitsbeauftragten gibt es auf der Website der DGUV

Seminarangebot der Unfallversicherungsträger

Es gibt bei den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen viele zusätzliche Fortbildungsmöglichkeiten für Sicherheitsbeauftragte. Die Themen sind dabei breit gefächert und reichen von „Psychischen Faktoren in der Gefährdungsbeurteilung“ über „Brandschutz in der Warenlogistik“ bis hin zur „Betrieblichen Verkehrssicherheit“.

Über das genaue Seminarangebot informieren sich Sicherheitsbeauftragte am besten bei der zuständigen Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse.