Arbeitsunfallgeschehen
Straßenverkehr © shutterstock / Thanakorn Hongphan

Achtsam unterwegs

Der Weg zur Arbeit und zurück nach Hause fällt oft mit der Rushhour zusammen. Da steigt der Stresspegel – und mit ihm das Unfallrisiko. Gerade dann gilt es, achtsam zu bleiben und sich bewusst zu sein, was vom Verkehrsgeschehen ablenken kann.

Wenngleich laut Statistischem Bundesamt die Zahl der Verkehrstoten sinkt (Meldung auf S. 4), so registrierten die Unfallversicherungsträger der gewerblichen Wirtschaft sowie der öffentlichen Hand zusammen doch 186.070 meldepflichtige Wegeunfälle für das Jahr 2016. Das sind 6.889 mehr als im Vorjahr. „Als Ursache nicht zu unterschätzen sind psychische Faktoren, insbesondere Stress und Zeitdruck“, erklärt Prof. Dr. Dirk Windemuth, Direktor am Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG). „Sie lassen die Menschen unaufmerksamer werden und oft verhalten wir uns in bestimmten Situationen dann riskanter, beispielsweise wenn wir über die Straße rennen, um den Bus noch zu erwischen.“ Im Übrigen hat der Deutsche Verkehrssicherheitsrat festgestellt, dass die 18- bis 24-Jährigen das höchste Unfallrisiko im Straßenverkehr haben. Nicht umsonst stellte das Präventionsprogramm der DGUV „Jugend will sich-er-leben“ das Thema „Wegeunfälle“ in den Mittelpunkt (Bericht auf S. 12/13).

Einflussfaktoren auf Wegeunfälle

Neben Stress und Zeitdruck gibt es weitere psychische Faktoren, die das Risiko für Wegeunfälle erhöhen können. Unter anderem sind dies:

  • Belastende Ereignisse, beispielsweise ein Streit mit Vorgesetzten oder im Team, wodurch man in Gedanken nicht beim Straßenverkehr ist.
  • Über- oder Unterforderung am Arbeitsplatz: Sie schafft Unzufriedenheit und kann die Konzentration mindern.
  • Müdigkeit führt dazu, dass sich die Reaktionszeit verlängert. Lenkbewegungen und Bremsvorgänge werden unpräzise.

Der Appell des Experten Windemuth gilt für alle, die unterwegs sind, sei es mit dem Auto, auf zwei Rädern oder zu Fuß: „So schwer es manchmal auch ist: Widmen Sie Ihre ganze Aufmerksamkeit dem Verkehrsgeschehen! Denn wer sich nicht achtsam verhält, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere.“

Was ist nach einem Wegeunfall zu tun?

Unfälle, die auf dem Weg zur Arbeit, nach Hause oder zu einem Geschäftstermin passieren, sind laut Gesetz wie Arbeitsunfälle zu behandeln. Voraussetzung: Der Weg wurde nicht für private Zwecke unterbrochen, etwa zum Einkaufen. Wenn es zu einem Wegeunfall kommt, ist es wichtig, dass die betroffenen Beschäftigten umgehend ihren Betrieb informieren und eine Durchgangsärztin bzw. einen Durchgangsarzt aufsuchen. Erfolgt eine Krankschreibung für mehr als drei Tage, so muss dies dem zuständigen Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse) gemeldet werden.

Hier finden Sie Erläuterungen und den Vordruck zur Unfallanzeige: www.dguv.de