Kommunikation
Handlungsfeld: gute Kommunikation

Konstruktiv statt vorwurfsvoll

Das Arbeitsleben ist kein Ponyhof. Wenn voller Einsatz gefordert ist, kann sich dies auf den Umgangston innerhalb einer Belegschaft auswirken. Das darf aber nicht heißen, dass die Beschäftigteneinander respektlos begegnen. Unser Beispiel zeigt: Wer wertschätzend auftritt, tut auch etwas für die Sicherheit. 

Karl Seifert und Heinz Kohler sind Metallfacharbeiter. Seifert, der auch Sicherheitsbeauftragter ist, spricht seinen Kollegen an.

Karl Seifert: Ich hab dir das bestimmt schon hundertmal gesagt: Die Schutzbrille wird aufgesetzt, bevor die Drehbank eingeschaltet wird. Oder hast du keine Augen im Kopf? Hier, dieses blaue Schild. Schon mal gesehen?
Heinz Kohler: Ja, ja. Hundertmal gesagt. Du hast mir aber nichts zu sagen. Geh halt zum Chef! Dann soll der mich zurechtweisen. Oder mach du meine Arbeit und lass mich in Ruhe!

Der Sicherheitsbeauftragte hätte das Gespräch aber auch ganz anders anfangen können.

Karl Seifert: Sag mal, Heinz, ist deine Schutzbrille zu Bruch gegangen? Ich muss mal kurz rüber ins Meisterbüro. Dann kann ich dir gleich eine neue mitbringen.
Heinz Kohler: Nein, nein. Hier, da ist sie ja. Aber ich will auch nicht den ganzen Tag damit rumlaufen. Also Brille rauf, Brille runter. Mir ist das zu umständlich. Es ist ja auch noch nie was passiert.
Karl Seifert: Du fährst doch auch Motorrad und bist noch nie runtergefallen. Trotzdem würdest du dich nicht in der Badehose auf die Maschine setzen.
Heinz Kohler: Da ist was dran. An manche Dinge muss man sich halt erst gewöhnen. Ich werd’s versuchen.

Anregungen zur Kommunikation gibt es auf der Website der Präventionskampagne von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen.