Gesundheitsschutz
Frau an einer Maschine zur Lastenhandhabung © Alexander Fanslau

Lastenhandhabung

Wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass Beschäftigte im Betrieb häufig Lasten bewegen müssen, wird das Muskel- und Skelettsystem besonders beansprucht. Es gibt aber eine Reihe von Maßnahmen, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter buchstäblich zu „ent-lasten“.

Beispiele wie die folgenden begegnen einem praktisch täglich: Beschäftigte der Stadtreinigung schieben und ziehen Müllcontainer über Straßen und Gehwege. Auf Baustellen werden Zementsäcke bewegt und Sand geschaufelt. Derartige Tätigkeiten mit manueller Lastenhandhabung können zu Beschwerden und Verletzungen, insbesondere im Bereich des Rückens und der Gelenke, führen.

Präventionsmaßnahmen gemäß TOP-Prinzip

Um der Gesundheitsbelastung entgegenzuwirken, sind zunächst einmal Maßnahmen von Seiten der Betriebe gefragt. Oft ist auch eine Kombination von Maßnahmen sinnvoll oder notwendig. Es gilt das sogenannte TOP-Prinzip: Technische Maßnahmen haben Vorrang vor organisatorischen und personenbezogenen. Technische Hilfsmittel sind zum Beispiel Vakuumheber zum Handhaben flacher Gegenstände oder Gabelhubwagen für alles, was sich auf einer Palette oder Gitterbox platzieren lässt. Hinter organisatorischen Maßnahmen stecken meist veränderte Arbeitsabläufe, etwa wenn Beschäftigte die Belastungsphasen untereinander aufteilen können, indem sie innerhalb unterschiedlich fordernder Aufgabenbereiche rotieren.

Zu den persönlichen Maßnahmen schließlich gehört unter anderem, dass Betriebe ihre Beschäftigten regelmäßig darin schulen, wie sie Lasten richtig heben, tragen, ziehen und schieben – und dass die Beschäftigten dies in ihrem Arbeitsalltag anwenden. Als Informationsgrundlage empfehlenswert ist insbesondere die DGUV Information 208-033 „Belastungen für Rücken und Gelenke – was geht mich das an?“. Sie enthält im Anhang eine Checkliste für Unternehmerinnen und Unternehmer, Sicherheitsbeauftragte, Betriebsärztinnen und Betriebsärzte sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit.

Verordnung nimmt Betriebe in die Pflicht

Die Lastenhandhabungsverordnung besagt unter anderem: Beschäftigte sollten Lasten – wenn möglich – gar nicht manuell bewegen. Lässt sich dies nicht vermeiden, sind die Betriebe verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. In dem Zusammenhang sind Fragen wie diese zu beantworten:

  • Wie schwer ist die Last?
  • In welcher Körperhaltung wird sie gehandhabt?
  • Wie häufig und wie lange muss sie bewegt werden?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, die Last zu handhaben?
  • Steht dafür genügend Platz zur Verfügung?

Hier finden Sie Infomaterialien zum Download: