Arbeitssicherheit

Sicherheit und Gesundheit gemeinsam im Blick

Wie die Zahnräder eines Getriebes greifen die Funktionen von ehrenamtlichen Sicherheitsbeauftragten mit denen weiterer betrieblicher Akteure ineinander. Zu nennen ist insbesondere das Zusammenwirken mit dem betriebsärztlichen Personal sowie den Fachkräften für Arbeitssicherheit. Zusammen bringt man Schutz und Sicherheit voran.

Nah an den Beschäftigten zu sein und so die Belange der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit gleichsam an die Basis zu tragen – das ist die Funktion von Sicherheitsbeauftragten. Dafür sind sie als „Kollegen unter Kollegen“ in Betrieben und Einrichtungen unterwegs. Um wirklich etwas bewirken zu können, braucht es aber auch die Kooperation mit weiteren Akteuren. Das sind insbesondere die Betriebsärztinnen und -ärzte sowie die Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Sie zu bestellen, ist eine Arbeitgeberpflicht, die durch das seit 1974 gültige Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) festgeschrieben ist. Das Jahr 2011 läutete dann mit dem Inkrafttreten der DGUV Vorschrift 2 einen Paradigmenwechsel für die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung ein.

DGUV Vorschrift 2

Seinerzeit erhielten die Unternehmensleitungen mit der reformierten Unfallverhütungsvorschrift „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ (DGUV Vorschrift 2) eine hohe Eigenverantwortung: Innerhalb eines vorgegebenen Rahmens müssen die Arbeitgeber in Eigenregie für die Gestaltung der betriebsärztlichen und sicherheits- technischen Betreuung sorgen. Dabei gilt es, die Aufgaben von Betriebsärztin bzw. Betriebsarzt sowie Fachkräften für Arbeitssicherheit zu ermitteln, aufzuteilen und zu vereinbaren. Hierbei ist der Betriebs- oder Personalrat einzubeziehen. Auch die Rollen der Akteure wurden noch einmal gestärkt. Grundsätzlich haben sie zwar weiterhin die gleichen Aufgaben im Arbeitsschutz zu erfüllen, wie sie bereits in den Paragrafen 3 und 6 des ASiG festgeschrieben wurden – etwa, den Arbeitgeber bei der Gefährdungsbeurteilung zu unterstützen. Die Neuregelung sieht jedoch verpflichtende Beratungen durch die Betriebsärztin bzw. den Betriebsarzt sowie durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit vor, beispielsweise wenn es darum geht, den Umfang der betriebsspezifischen Betreuung zu ermitteln.

Spezielle Fachkunde

Betriebsärztinnen und -ärzte sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit müssen sich oft mit den gleichen Aufgaben auseinandersetzen, bringen hierbei aber ihre spezielle Fachkunde ein. Ein konkretes Beispiel ist die Änderung eines Arbeitsverfahrens im Betrieb. Hier beraten sowohl die Betriebsärztin oder der Betriebsarzt als auch die Fachkraft für Arbeitssicherheit die Arbeitgeberseite bei der Beurteilung der Risiken, die sich durch das veränderte Arbeitsverfahren ergeben können. Gemeinsam ermitteln sie, welche Gefährdungen die einzelnen Gefahrenquellen eventuell mit sich bringen.

Jedoch unterscheiden sich ihre Kompetenzen auch: Während das betriebsärztliche Personal die Risiken aus arbeitsmedizinischer Sicht beurteilt, haben die Fachkräfte für Arbeitssicherheit vor allem im Blick, wie es sich technisch einrichten lässt, dass die Arbeit sicher ist. Gemeinsam wiederum beraten sie Arbeitgeber und Führungskräfte bei der Ableitung der erforderlichen Maßnahmen und der Fortschreibung der Gefährdungsbeurteilung.

Aufgaben der Sicherheitsbeauftragten

Auch die Mitwirkung von Sicherheitsbeauftragten ist für die Sicherheit in Betrieben und Einrichtungen zentral. Denn sie unterstützen dabei, Unfall- und Gesundheitsgefahren möglichst rasch zu erkennen und auf diese hinzuweisen. Austausch und Kommunikation sind für Sicherheitsbeauftragte ganz wesentlich – schließlich kann ihre vermittelnde Position zwischen Kolleginnen und Kollegen sowie Vorgesetzten mitunter auch für Konflikte sorgen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn Beschäftigte ein Problem zur Sprache bringen, die Führungskraft dann aber nicht reagiert. Sicherheitsbeauftragte haben hier die Möglichkeit, selbst mit der Führungskraft zu sprechen, die Fachkraft für Arbeitssicherheit einzubinden oder den Betriebsrat zu informieren. Um den Informationsfluss sicherzustellen, sollten Sicherheitsbeauftragte ohne- hin zusammen mit den weiteren Akteuren des Arbeitsschutzes an den Sitzungen des Arbeitsschutzausschusses teilnehmen und dort die relevanten Themen ansprechen.

Die auf den Erfahrungen aus dem Projekt „MusterKiTa“ basierenden Filmclips der UK RLP richten sich an Träger, Führungskräfte, Beschäftigte und Sicherheitsbeauftragte in Kitas sowie an pädagogische Fachkräfte. Die UK RLP möchte damit die Beschäftigten in Kitas anregen, das eigene Verhalten zu überdenken und gemeinsam gesundheitsfördernde Arbeitsweisen und Arbeitsmittel zu finden.

DGUV Vorschrift 2 in der jeweiligen Fassung einzelner Berufsgenossenschaften und Unfallkassen:
www.dguv.de