Versicherungsschutz
Kantinentür © Thinkstock / Morakot Kawinchan

Versicherte Pause

Wer arbeitet, muss aber auch mal Pause machen. Im Grundsatz gilt dann: Der Weg in die Arbeitspause ist versichert, das eigentliche Pausemachen hingegen nicht.

Bei der Arbeit besteht für die Beschäftigten Unfallversicherungsschutz. Das heißt aber nicht, dass alle Tätigkeiten, die im Umfeld des Arbeitsplatzes stattfinden, ebenfalls versichert sind. Ronald Hecke von der Abteilung Versicherung und Leistungen der DGUV verdeutlicht es an einem Beispiel: „Wer auf dem Weg zur Betriebskantine stolpert und sich verletzt, hat im rechtlichen Sinne einen Arbeitsunfall erlitten. Verschluckt sich hingegen jemand beim Essen und gerät dadurch in Atemnot, liegt kein Arbeitsunfall vor.“ Warum? Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung während Arbeitspausen gilt insbesondere für die Wege, die zur Nahrungsaufnahme oder beispielsweise zur Toilette zurückgelegt werden. Die Tätigkeiten selbst, also das Essen oder das Verrichten der Notdurft, sind nicht versichert. Denn Wege, die zum Arbeitsplatz – oder beim Pausemachen von diesem weg – führen, werden aus einem betrieblichen Erfordernis heraus unternommen. Hunger und Durst zu stillen, fällt hingegen unter das Schlagwort „persönliche Bedürfnisse“.

Versicherungsschutz auf dem Weg zur Pause

„Wer ein nahegelegenes Restaurant aufsucht oder zu Hause isst, steht auf dem Hin- und Rückweg ebenfalls unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung“, erklärt DGUV Experte Hecke. Es macht keinen Unterschied, ob das Betriebsgelände verlassen wird oder nicht. Allerdings endet der Versicherungsschutz auch in diesen Fällen an der Tür zum Restaurant oder an der eigenen Haustür. Unerheblich ist es hingegen, wie lange die Pause tatsächlich gedauert hat oder ob die Pausenzeit eigentlich schon vorbei ist. Entscheidend ist, dass – im Falle des mittäglichen Essengehens – die Nahrungsaufnahme die Motivation war. Außerdem sollte die zurückgelegte Strecke noch im Verhältnis zur Dauer der Pause stehen. „Wenn Beschäftigte quer durch die Stadt zu ihrem Lieblingsrestaurant fahren, ist fraglich, ob hier die Nahrungsaufnahme noch die zentrale Motivation für den Weg war“, so Hecke.

Private Verrichtungen während der Pause sind nicht versichert

Welche Motivation bei einem zurückgelegten Weg im Vordergrund steht, ist beispielsweise auch dann entscheidend, wenn Beschäftigte sowohl für das anstehende Mittagessen im Betrieb als auch für das Abendessen zu Hause einkaufen. Solche Fragen sind dann im Einzelfall abzuwägen, denn nicht alle Eventualitäten lassen sich durch gesetzliche Vorschriften regeln. Was aber feststeht: Spaziergänge und Bewegung an der frischen Luft – auch wenn dies ganz ohne Frage sehr empfehlenswert ist – gehören ebenso zu den privaten Verrichtungen wie der Einkauf für die Familie, der in der Mittagspause erledigt wird.

Unfälle melden

Manchmal ist die Motivation eines in der Pause zurückgelegten Weges nicht eindeutig und damit ist unklar, ob Versicherungsschutz besteht oder nicht. Wenn sich in einer Arbeitspause ein Unfall ereignet, so sollte dieser im Zweifelsfall immer bei der Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse gemeldet werden. Ob es sich tatsächlich um einen Arbeitsunfall handelt, wird dann von der Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse ermittelt. Unter Umständen muss das Sozialgericht entscheiden.

Weitere Informationen zum Versicherungsschutz in der Pause finden Sie hier: www.dguv.de