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Sicherheitsbeauftragte motivieren: Erfahrungen aus der Praxis
Anerkennung und Lob durch Führungskräfte, Kolleginnen und Kollegen motivieren Sicherheitsbeauftragte. © Raufeld Medien
Mission Sibe

Sicherheitsbeauftragte motivieren: Erfahrungen aus der Praxis

Sicherheitsbeauftragte erhalten keine finanzielle Anerkennung und üben ihr Amt dennoch zehn Jahre und länger aus. Wie motivieren sie sich?

Datum: 03.03.2021

Franz-Günther Richter leitet den Seminararbeitskreis „Sibe, Azubis und Ausbilder“ der Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro, Medienerzeugnisse (BG ETEM) und ist zugleich Dozent an der Bildungsstätte der BG ETEM in Dresden. Er hat Teilnehmerinnen und Teilnehmer seiner Seminare gefragt, wie sie sich als Sicherheitsbeauftragte motivieren.

Die ursprüngliche Motivation

  • Andere und sich selbst schützen: Manchmal hilft es, sich in einer schlechten Phase auf die ursprünglichen Gründe zu besinnen, aus denen man die Tätigkeit übernommen hat. „Manche Sibe hatten schon selbst mit Arbeitsunfällen zu tun, haben ihre Konsequenzen miterlebt und möchten unbedingt verhindern, dass sich das wiederholt“, so Richter.
  • Rolle: Das Vertrauen der Kolleginnen und Kollegen zu genießen und nah mit ihnen zusammenarbeiten
    zu können, ist wichtiger Teil der Rolle der Sibe. Andere zu unterstützen und ihnen helfen zu können, gehört auch dazu.
  • Klarheit: Regeln schaffen Ordnung, und Sibe können dabei mithelfen, dass die Sicherheitsregeln erläutert und auch eingehalten werden.

Sicherheitsbeauftragte motivieren durch Wertschätzung

  • Erfolgserlebnis: Manchmal braucht es auch die Hilfe von außen, um sich wieder selbst motivieren zu können. Dazu gehören Erfolgserlebnisse, wenn etwa Ideen der Sibe aufgegriffen werden oder wenn es keine Arbeitsunfälle im Tätigkeitsbereich der Sibe mehr gibt.
  • Lob: Positive Rückmeldungen von der Geschäftsführung, Führungskräften oder Kolleginnen und Kollegen motivieren dazu, sich im Ehrenamt zu engagieren.
  • Verhalten der Mitarbeitenden: Eine große Anerkennung der Arbeit als Sibe stellt es zudem dar, wenn Kolleginnen und Kollegen von sich aus Sibe ansprechen und um Hilfe bitten. Das zeigt das Vertrauensverhältnis.

Wer und was sonst noch hilft

  1. Netzwerk: „Im Grundseminar raten wir den frischgebackenen Sibe, sich gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit ein umfassendes Netzwerk aufzubauen. Dazu geht man auch auf die Kolleginnen und Kollegen zu, macht sich bekannt und informiert über die Aufgaben als Sibe“, sagt Richter.
  2. Ansprechpersonen: Unverzichtbar ist auch der Austausch mit anderen Sibe im Unternehmen oder mit der eigenen Führungskraft. In arbeitsschutzfachlichen Fragen ist zudem die Fachkraft für Arbeitssicherheit die richtige Anlaufstelle.
  3. Erfahrungsaustausch: Wenn Sibe nach mehr als zwei Jahren zu einem Aufbauseminar wieder zu Richter kommen, beobachtet er, wie gut es ihnen tut, sich mit anderen Sibe über die gemachten Erfahrungen auszutauschen. Im geschützten Raum des Seminars können sie offen miteinander sprechen und so auch Bestätigung finden.

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Geschrieben von: Jörn Käsebier