Verkehrssicherheit
Autofahren im Sommer© shutterstock / gyn9037

Autofahren im Sommer

Auch wenn die meisten sich auf die warme Jahreszeit freuen: In Sachen Verkehrssicherheit hat auch sie ihre Tücken. Da hilft es, sich gut vorbereitet ans Steuer zu setzen.

Sich auf das Sommerwetter einstellen

Wetter und Jahreszeiten bergen manches Unfallrisiko, z. B. aufgrund von Sichtbehinderungen. Nebel und Schneegestöber vermutet man da unter den Unfallursachen ganz vorne. Falsch! Laut der Publikation „Verkehrsunfälle 2017“ des Statistischen Bundesamts ist die blendende Sonne, die im Berichtsjahr zu 2.942 Unfällen mit Personenschaden geführt hat, die häufigste unter den gefährlichen Sichtbehinderungen. Zum Vergleich: Wegen einer Sichtbehinderung durch Nebel ereigneten sich „nur“ 242 Unfälle mit Personenschaden. Was man beachten sollte:

  • Um sich vor blendenden Sonnenstrahlen oder Sichtproblemen beim Wechsel zwischen Licht und Schatten (typisch beim Durchfahren von Alleen und Tunnels) zu schützen, braucht es die richtige Sehhilfe. Sprich eine Sonnenbrille in passender Sehstärke. Nicht geeignet sind Aufsteckclips oder selbsttönende Gläser, die auf UV-Licht reagieren. Bei Aufsteckclips kann das Sonnenlicht zwischen den Gläsern hin und her spiegeln. Selbsttönende Gläser verdunkeln sich automatisch, was nicht in jeder Verkehrssituation von Vorteil ist.
  • Auch Trägerinnen und Träger von Kontaktlinsen sollten eine Sonnenbrille aufsetzen. Positiver Nebeneffekt: Die Luft aus der Lüftungs- bzw. Klimaanlage lässt die Linsen dann nicht so schnell austrocknen.
  • Wenn sommerlicher Starkregen einsetzt, muss die Geschwindigkeit angepasst werden, um in Gefahrensituationen rechtzeitig bremsen zu können. Bitte das Lenkrad immer mit beiden Händen festhalten!
  • Dasselbe gilt, wenn Wind für eine Staubentwicklung sorgt, die die Sicht einschränkt. Das kann gefährlich werden, wenn die Strecke über „freies Feld“ führt.
  • Gefasst sein sollte man auch auf plötzlichen Seitenwind. Er tritt z. B. bei der Ausfahrt aus Tunnels, auf Brücken und am Ende von Lärmschutzwänden auf.

Lüftungs- und Klimaanlage

Viele moderne Fahrzeuge sind mit einer Klimaautomatik ausgestattet, die im Fahrzeuginnenraum die voreingestellte Temperatur selbsttätig hält. Hinweise zur Benutzung:

  • Die Klimaanlage sollte nicht zu kühl eingestellt werden. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) empfiehlt eine Temperatur zwischen 21 und 23 Grad. So ist der Temperaturunterschied zwischen dem Fahrzeuginneren und draußen nicht zu groß.
  • Stand das Auto längere Zeit in der Sonne, sollten vor dem Einsteigen kurz alle Türen geöffnet werden, damit die gestaute heiße Luft entweichen kann.
  • Die Lüftungsdüsen nicht direkt auf den Körper richten, um Zugluft und trockene Augen zu vermeiden.
  • Zu empfehlen ist eine regelmäßige Überprüfung bzw. Reinigung der Klimaanlage in der Werkstatt.

Für Allergikerinnen und Allergiker

Pollenflug setzt im Frühjahr ein und zieht sich dann durch die warme Jahreszeit. Betroffene leiden häufig unter juckenden Augen, einer triefenden Nase und Nies-Attacken. Das kann beim Autofahren gefährlich werden. Wer im Stadtverkehr bei 50 Stundenkilometern nur für eine Sekunde wegen Niesens abgelenkt ist, hat bereits 14 Meter im Blindflug zurückgelegt. Tipps:

  • Wenn möglich, den Wagen nicht unter Bäumen oder in der Nähe von Büschen parken. Dort kann der Pollenflug besonders stark sein.
  • Sollte kein Pollenschutzfilter in der Lüftungsanlage vorhanden sein, kann dieser in vielen Fällen günstig nachgerüstet werden.

Bitte kein Stress im Stau!

Hohes Verkehrsaufkommen, Stop-and-go oder völliger Stillstand – das birgt Stresspotenzial, ob auf dem Weg zur Arbeit oder zum Geschäftstermin. Gesund ist das nicht: Im Stau zu stehen fördert bei vielen Fahrerinnen und Fahrern die Aggressivität und kann sogar den Blutdruck ansteigen lassen. Eine gute Vorbereitung ist Trumpf:

  • Mögliche Wartezeiten schon bei der Fahrtplanung vorsehen. Dann lässt sich ein Stau in Ruhe durchstehen.
  • Auch genügend Zeit für Erholungspausen einplanen.
  • Gerade im Sommer sollte man regelmäßig ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Übrigens lösen eiskalte Getränke eine Gegenreaktion im Körper aus: Man schwitzt und verliert noch mehr Flüssigkeit. Besser wäre etwa ein mäßig warmer Kräutertee.
  • Und für die Urlaubsfahrt: Die verkehrsgünstigsten Reisetage sind Dienstag und Mittwoch. Ganz schlecht ist das Wochenende. Wer die Tageshitze umgehen will, kann nachts losfahren. Auch dann gilt aber unbedingt: Nur ausgeschlafen hinters Steuer setzen!

Mit dem Risiko-Check "Wetter & Wetter" sind Sie bei jeder Witterung sicher unterwegs.