Arbeitsunfallgeschehen
Anwendung eines seilunterstützen Zugangs- und Positionierungsverfahren gemäß Anhang 1 der Betreibssicherheitsverordnung© H.ZWEI.S Design

Gesichert in der Höhe

Ein Arbeitsunfall in Form eines Sturzes aus der Höhe kann tödlich enden. Durch das richtige Anwenden von technischen und organisatorischen Maßnahmen sowie Persönlicher Schutzausrüstung lassen sich derart dramatische Folgen vermeiden.

Im schlimmsten Fall endet ein Arbeitsunfall tödlich. Genau das ereignete sich im Jahr 2016 in Deutschland 424-mal. Immerhin sind das 46 tödliche Arbeitsunfälle weniger als im Vorjahr. Prof. h. c. Karl-Heinz Noetel, Leiter des Fachbereichs Persönliche Schutzausrüstung der DGUV, hat als Präsident der Sektion Hoch- und Tiefbau der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS-Bau) den weltweiten Vergleich. Er gibt zu bedenken: „Bei den tödlichen Arbeitsunfällen ist die Ursache ‚Absturz‘, insbesondere im Baubereich, mit rund 50 Prozent vertreten – weltweit. Und Deutschland ist da keine Ausnahme.“ Wenn also das Abstürzen im Vergleich zu anderen Unfallursachen außergewöhnlich häufig zu lebensgefährlichen Verletzungen führt, wie lässt sich dagegen vorbeugen? Es gilt das sogenannte TOP-Prinzip: Unfälle werden verhindert durch das Ergreifen technischer, organisatorischer und, wenn beides nicht möglich ist, persönlicher Maßnahmen.

"TOP" gegen die Unfallgefahr

Beispielhaft verweist der Experte von der gesetzlichen Unfallversicherung auf verschiedene Sicherheitsmaßnahmen, deren Einhaltung vergleichsweise einfach festzustellen ist. Dadurch können Sicherheitsbeauftragte ebenso wie die anderen Beschäftigten zu einer Reduzierung von Absturzunfällen beitragen:

  • Technisch: Der Seitenschutz, beispielsweise das Geländer an Gerüsten oder Geschossdecken, muss vorhanden und stabil ausgeführt sein. Völlig ungeeignet sind dünne Holzlatten, die nachgeben oder gar durchbrechen können. Falls die Arbeiten das Entfernen des Seitenschutzes vorübergehend erfordern, kann ein Fanggerüst oder Schutznetz auf der darunterliegenden Ebene zumindest die Folgen eines Sturzes deutlich mindern.
  • Organisatorisch: Bereiche, in denen gegenwärtig nicht gearbeitet wird, sollten unzugänglich gemacht werden. Beispiel Innenausbau: Zutrittstüren zu nicht benötigten Etagen abschließen!
  • Persönlich: Wird bei der Arbeit ein Auffanggurt getragen (Beispiel Fensterreinigung), so ist dieser mittels eines Befestigungssystems (beispielsweise einem Verbindungsmittel mit Falldämpfer) mit einem definierten und fest verankerten Anschlagpunkt zu verbinden. Lebensgefährlich wäre es etwa, den Steg eines Holzfensterrahmens als Anschlagpunkt zu wählen.

Weitere Infos:

http://www.bgbau-medien.de/struktur/inh_bau.htm