Reportage
Im Auftrag der Sicherheit - Kollege unter Kollegen© Fotografie Schulzki
Der Sicherheitsbeauftragte Stefan Zwanzig-Müller (rechts) im Gespräch mit Staplerfahrer Khalid Hayi.

Im Auftrag der Sicherheit

Als „Kollegen unter Kollegen“ nehmen Sicherheitsbeauftragte in Unternehmen und Einrichtungen eine wichtige Funktion wahr. Kompetenz und Fingerspitzengefühl sind bedeutende Eigenschaften für ihre Arbeit.

Bundesweit sind rund 560.000 Sicherheits­beauftragte in Betrieben im Einsatz. Ihre Aufgabe: Unfall- und Gesund­heits­gefahren zu erken­nen und auf sie hinzu­weisen. Außer­dem sollen sie darauf achten, dass die vor­geschriebenen Schutz­vorrich­tungen und -ausrüstungen vorhanden sind. Unter­nehmen sind ab einer Beschäftigten­zahl von regelmäßig mehr als 20 verpflichtet, Sicherheits­beauftragte zu bestellen. Im Auftrag der Sicherheit© Fotografie SchulzkiBeschäftigte wie der Säger Sven Borgschulte (links) nehmen die Hinweise des Sicherheitsbeauftragten Stefan Zwanzig-Müller gerne auf. Für Dr. Ronald Unger, Leiter des Stabs­referats Sicherheits­werbung in der Präventions­abteilung der Berufs­genos­sen­schaft Energie Textil Elektro Medien­erzeugnisse (BG ETEM), steht fest: „Es ist ideal, wenn die bestellte Person viel im Unter­nehmen herum­kommt.“

Die Aufgabe im Unternehmen, als „Kollege unter Kollegen“ Belange des Arbeits­schutzes an die Basis zu tragen, ist nach­haltig. Noch bis Mitte der 1960er-Jahre waren Gewerbe­auf­sicht und Berufs­genos­sen­schaften oftmals die einzigen An­sprech­partner in Fragen des Arbeits­schutzes. Weil der Prä­ventions­ge­danke inner­halb der Betriebe ver­ankert werden sollte, ver­pflichtete der Gesetz­geber mit dem Unfall­versicherungs­neu­regelungs­gesetz vom 30. April 1963 Unter­nehmen erst­mals, als An­lauf­stelle innerhalb des Betriebs Sich­erheits­beauf­tragte zu bestellen – tagtäglich vor Ort, den Betrieb unter­stützend und ehren­amtlich tätig.

Verantwortung für die Einhaltung des Arbeitsschutzes indes tragen Sicherheitsbeauftragte nicht – diese liegt nach wie vor beim Unternehmen. Das im Jahre 1974 erlassene Arbeitssicherheitsgesetz machte es stattdessen erforderlich, zusätzlich Sicherheitsfachkräfte und Betriebsärzte zu bestellen. Dies hat die Rolle der Sicherheitsbeauftragten etwas verschoben. „Sie beraten heute eher die Kollegen als den Chef“, schildert Dr. Unger. Anders sieht es in Kleinbetrieben aus, die alternativ die bedarfsorientierte betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung gewählt haben. Bei ihnen sind Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte nur an wenigen Tagen im Jahr vor Ort. Dort ist der Sicherheitsbeauftragte der einzige ständig verfügbare Ansprechpartner in Sachen Arbeitssicherheit.

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