Verkehrssicherheit
Schlechte Sicht im Auto © Thinkstock / houdre

Trüb mit Aussicht auf Verkehrsunfall

Das Wetter kann sich erheblich auf die Gefahrenlage im Straßenverkehr auswirken, und zwar zu allen Jahreszeiten. Umsichtiges Verhalten, die richtige Fahrzeugausstattung sowie Fahrtrainings können helfen, den Weg zur Arbeit bei jedem Wetter sicherer zu machen.

Im Frühjahr und Herbst sorgen Nebel und Regen oft für schlechte Sicht. Im Sommer blendet die Sonne und im Winter können die Straßen gefährlich glatt werden. „All diese Faktoren erschweren die Verkehrsteilnahme, unabhängig davon, ob jemand motorisiert, mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist“, fasst Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) zusammen.

Erschwerte Bedingungen

In der Regel sind die schwierigsten Witterungsbedingungen im Winter gegeben. Dann kommen Dunkelheit, schlechte Sicht und Glätte häufig zusammen. Allerdings gehen selbst harte Winter nicht zwangsläufig mit erhöhten Unfallzahlen einher. Angaben des Statistischen Bundesamts zeigen, dass gerade in den Sommermonaten besonders viele Menschen im Straßenverkehr verunglücken. Das klingt erstaunlich, ist aber auch einleuchtend: „Unter erschwerten Wetterbedingungen steigen viele auf öffentliche Verkehrsmittel um“, erklärt DVR-Experte Kellner. „Zweiradfahrerinnen und -fahrer sind in der kalten Jahreszeit sehr viel weniger unterwegs.“

Erfreulicherweise halten sich auch viele an den wichtigsten Grundsatz bei schwierigen Wetterverhältnissen: „Runter vom Gas!“ In der Regel neigen die Menschen dazu, bei Wind und Wetter langsamer zu fahren. Bei guten Verhältnissen im Sommer kommen hingegen besonders oft hohe Geschwindigkeiten sowie große Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den einzelnen Fahrzeugen vor, was dann im Allgemeinen zu schwereren Unfällen führt.

Infos für Beschäftigte

Neben einer reduzierten Geschwindigkeit sind besonders bei schlechter Witterung eine konzentrierte Fahrweise und ein ausreichender Sicherheitsabstand notwendig, um Unfälle zu vermeiden. Oft ist den Verkehrsteilnehmenden die Gefahrenlage aber gar nicht ausreichend bewusst. Hier können auch Betriebe und Einrichtungen Aufklärung für ihre Beschäftigten leisten. Unterstützung liefert die vom DVR und der gesetzlichen Unfallversicherung eingerichtete Plattform Risiko-Check „Wind & Wetter“. Hier finden sich unter anderem Video-clips und weitere Informationen, die zeigen, wie man sich bei gefährlicher Witterung richtig verhält. Die Medien sind didaktisch aufbereitet, sodass sie sich für den Einsatz in Betrieben oder bei Schulungen eignen.

„Besonders für die Vielfahrerinnen und Vielfahrer unter den Berufstätigen ist die Teilnahme an Sicherheitstrainings und -programmen nach Richtlinien des DVR zu empfehlen“, rät Kellner. „Dort kann man sich auf widrige Wetterbedingungen und die damit verbundenen fahrphysikalischen Einschränkungen gezielt vorbereiten.“ Diese Maßnahmen, die von einigen Unfallversicherungsträgern unterstützt werden, sind im Internetangebot des DVR zu finden.

Fahrzeuge passend ausstatten

Auch die richtige Fahrzeugausstattung ist entscheidend: Neu gekaufte Autos sollten möglichst über Fahrerassistenzsysteme wie beispielsweise Notbremsassistent oder Spurhaltewarnsystem verfügen, die das sichere Fahren unterstützen. Das A und O für die Sicherheit sind qualitativ hochwertige Reifen, betont Christian Kellner. „Zudem ist ein regelmäßiger Reifencheck unerlässlich“, so der DVR-Hauptgeschäftsführer. „Der Reifendruck sollte zum Beispiel bei jedem zweiten Tankstopp überprüft werden, regelmäßig auch die Profiltiefe.“

Betriebe können ihre Beschäftigten ebenfalls dabei unterstützen, dass sie mit sicheren Fahrzeugen unterwegs sind, ob motorisiert oder nicht: Aktionen wie ein Fahrradcheck im Frühjahr oder ein günstiger Reifenwechsel-Service auf dem Betriebsgelände im Oktober und um Ostern bieten sich an, um von Unternehmensseite einen Beitrag zur Straßenverkehrssicherheit und Unfallvermeidung zu leisten.

Tipps und Informationen zur Verkehrssicherheit

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) liefert auf seinen Internetseiten wichtige Informationen und gibt Tipps an die Hand, die zur Verkehrssicherheit beitragen: