Link to header
Wettlauf mit der Technik: Gefahrgut Lithiumbatterie
Die Batterientechnologie macht derzeit große Fortschritte. Die Regelungen ihres sicheren Transports sollen mit dieser Entwicklung mithalten, meint Dr. Brigitte Baumgarten. © Adobe Stock/Berlinstock
Update Recht

Wettlauf mit der Technik: Gefahrgut Lithiumbatterie

Wiederaufladbare Batterien gibt es immer häufiger. Falsch transportiert können sie allerdings Brände verursachen.

Datum: 11.01.2021

Wiederaufladbare lithiumhaltige Batterien gibt es immer häufiger. Sie stellen jedoch eine Brandrisiko dar. Daher wurden im europaweiten Abkommen über Gefahrguttransporte (ADR 2021) Vorschriften nachgebessert. Dr. Brigitte Baumgarten erklärt, was in der Praxis wichtig ist.

Fast alle Batterien sind im Sinne des Transportrechts gefährliche Güter, ihr Transport fällt also unter die Gefahrgutvorschriften. Die Batterientechnologie macht derzeit große Fortschritte. Daher ändern sich auch die Regelungen ihres sicheren Transports häufig. Allerdings lassen grundlegende Neuerungen noch auf sich warten. Neu sind für Lithiumbatterien aller Art einige Sondervorschriften im „Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße“ (ADR). Sie gelten seit 1. Januar 2021. Was ändert sich?

news image
Baumgarten ist Referentin Gefahrgut und Gefahrstoffe der BG Verkehr. © Raufeld Medien
Einschätzung von Brandgefahr

Eine wichtige Neuerung betrifft die Gefahreneinschätzung bei Altbatterien. Es geht um die Unterscheidung, ob eine Lithiumbatterie zum Recycling muss (nicht mehr hinreichend ladefähig), „defekt“ oder „kritisch defekt“ ist. Letzteres bedeutet: hohe Brandgefahr! Die geforderte Einschätzung nach der neuen Sondervorschrift 376 geschieht auf der Basis von Sicherheitskriterien des Herstellers oder eines technischen Sachverständigen. Ein Brandauslöser sind Kurzschlüsse. Die Pole müssen deshalb für den Transport gesichert werden, etwa durch Abkleben.

Das neue ADR macht auch neue Vorgaben zu den Begleitpapieren. Unter anderem spielt dabei der Unterschied zwischen Lithium-Metall-Batterien und Lithium-Ionen-Batterien eine Rolle: Enthalten Versandstücke sowohl Lithium-Metall-Batterien (UN 3091) als auch Lithium-Ionen-Batterien (UN 3481) in oder mit Ausrüstung, so müssen beide UN-Nummern in Kennzeichnung und Begleitpapier stehen (vgl. neue Sonder­­­vorschrift SV 390). Als Beschreibung genügt: „Batterien, mit Ausrüstung verpackt“.

Bessere Klassifizierung ist in Arbeit

Bisher richtet sich die Zuordnung der UN-Nummern vereinfachend nach der Art des Lithiumbestandteils. Die Einstufung der Gefährlichkeit erfolgt anhand des Gebrauchszustands. Tatsächlich aber variieren Eigenschaften und Brandverhalten von Lithium-Ionen-Batterien sehr. Ein besseres Klassifizierungssystem ist also nötig, aber noch nicht greifbar. Daran arbeitet derzeit eine internationale Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen.

Geschrieben von: Redaktion

weitere Themen

Betrieblicher Brandschutz geht alle etwas an
Update Recht

Betrieblicher Brandschutz geht alle etwas an

Brände sind oft folgenschwer: Sie stellen nicht nur eine große Gefahr für Leib und Leben der Beschäftigten dar, sondern bedeuten für.

Der tote Winkel – die unsichtbare Gefahr
Verkehrssicherheit

Der tote Winkel – die unsichtbare Gefahr

Wenn Kraftfahrzeuge, besonders Lkw oder Busse, an Kreuzungen auf Radfahrende oder zu Fuß Gehende treffen, zählt dies zu den gefährlichsten Situationen.

Wiedereinstieg nach Arbeitsunfall geglückt
Arbeitswelt

Wiedereinstieg nach Arbeitsunfall geglückt

Nach einem Arbeitsunfall ist Heinrich Böttcher hüftabwärts gelähmt. Mit Unterstützung der BGHM konnte er ins Arbeitsleben zurückkehren.