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Arbeitssicherheit

Unfallrisiken im Betrieb durch Schutzmaßnahmen vorbeugen

Wo lauern die größten Unfallrisiken im Arbeitsalltag? Was laut DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 die häufigsten Gefahren sind und welche Schutzmaßnahmen helfen.

Geschrieben von: Jörn Käsebier

Datum: 24.08.2026

Unfallrisiken im Betrieb durch Schutzmaßnahmen vorbeugen
Nasse Böden können zur Rutschgefahr werden – doch im Arbeitsalltag lauern noch viele weitere Unfallrisiken. © Getty Images/ Fertnig

Die Risiken für Arbeitsunfälle unterscheiden sich stark nach Branche und Betrieb. Das zeigen auch die Ergebnisse des DGUV Barometers Arbeitswelt 2026. Sie beruhen auf einer repräsentativen Befragung von mehr als 2.000 Beschäftigten in Deutschland.

Demnach gibt es ein Unfallrisiko, das in mehr als der Hälfte der Betriebe branchenübergreifend als das größte eingeschätzt wird: das durch Stolpern, Rutschen und Stürzen (SRS) in Gängen und auf Treppen.

Unterschiede bei Unfallrisiken nach Branche

Bei den weiteren Ergebnissen zeigen sich Unterschiede in den Branchen. Mit 22 Prozent folgt das Risiko durch Bedrohungen, Übergriffe oder Gewalt. In der öffentlichen Verwaltung, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in Bildungseinrichtungen liegt der Wert zwischen 40 und 50 Prozent.

Im verarbeitenden Gewerbe spielt dieses Risiko keine Rolle. Hier sind hingegen die Gefährdungen durch den Umgang mit Werkzeugen und Maschinen deutlich größer und liegen bei 42 beziehungsweise 46 Prozent.

Um aus den erkannten Gefährdungen zu lernen, sollten mögliche Ursachen in den Blick genommen werden. Wichtiger noch: Welche Schutzmaßnahmen helfen und auf welchen Feldern können sich Sicherheitsbeauftragte einbringen? Ein erster Einstieg in das Thema mit Klicktipps zu weiterführenden Informationen.

Stolpern, Rutschen und Stürzen (SRS) als häufigstes Unfallrisiko

Häufige Ursachen und Anlässe:

  • Typische Situationen sind, wenn Beschäftigte über herumliegende Kabel, Materialien oder Bauteile auf dem Boden stolpern.
  • Rutschunfälle passieren meist auf nassen und vereisten Untergründen, aber auch, wenn Öle oder Fette ausgelaufen sind.
  • Zu Stürzen kommt es branchenübergreifend häufig auf Treppen oder Leitern.

Schutzmaßnahmen:

  • Sibe sollten darauf achten, dass SRS-Unfälle in Sicherheitskurzgesprächen und Unterweisungen thematisiert und Beinahe-Unfälle aufgearbeitet werden.
  • Sauberkeit und Ordnung im Betrieb sorgen dafür, dass es weniger Stolperfallen gibt.
  • Sicherheitsschuhe zu tragen oder zumindest Schuhe mit gutem Profil, hilft dabei, die Wahrscheinlichkeit von Rutschunfällen zu verringern.
  • Sich am Handlauf auf Treppen festzuhalten und auf Leitern darauf zu achten, dass von Händen und Füßen immer drei auf oder an der Leiter sind, senkt das Sturzrisiko.
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Weitere Informationen zur Vermeidung von SRS-Unfällen bietet der Erklärfilm „Watch out! Null Stolpern, Rutschen, Stürzen“ von Jugend will sich-er-leben.

Zwei Hände bedienen ein Cuttermesser.
Auch einfache Handwerkzeuge wie Cuttermesser können schwere Verletzungen verursachen. © Getty Images/ Natali_Mis

Gefährdung durch Handwerkzeuge vorbeugen

Ursachen:

  • Die meisten Unfälle passieren mit Messern.
  • Aber auch beim Umgang mit Hämmern, Schraubenschlüsseln und medizinischen Gerätschaften kommt es zu Verletzungen.

Schutzmaßnahmen:

  • Für die Arbeitsaufgabe passende und sichere Werkzeuge auswählen.
  • Ein Qualitätsmerkmal stellt das GS-Zeichen dar.
  • Ein ergonomisch gestaltetes Werkzeug kann die Arbeit erleichtern, zum Beispiel durch einen geringen Kraftaufwand mittels ergonomisch geformter Griffe.
  • Zudem können Sicherheitsbeauftragte (Sibe) darauf achten, dass Ordnung und Sauberkeit etwa im Werkzeugwagen oder Werkzeugkoffer herrschen.
  • Offene Klingen sollten vermieden werden, zum Beispiel durch Nutzung von verdeckten Klingen oder einer entsprechenden Aufbewahrung.
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Weitere Informationen zum korrekten Gebrauch von Handwerkzeugen bietet die DGUV-Information „Mensch und Arbeitsplatz – Arbeiten mit Handwerkzeugen“.

Ein Mann packt einen Arzt am Kragen.
Besonders im direkten Kontakt mit Menschen können angespannte Situationen entstehen. © Getty Images/ Lacheev

Gewalt am Arbeitsplatz bedroht Gesundheit

Häufige Ursachen und Anlässe:

  • Gewalttaten entstehen oft im Kontakt mit Kundinnen und Kunden, Patientinnen und Patienten, Betreuten und Fahrgästen.
  • Sie können sich in Beleidigungen und Bedrohungen sowie körperlichen Angriffen äußern.
  • Oft liegen die Ursachen aber außerhalb des Einflusses der angegriffenen Beschäftigten.

Schutzmaßnahmen:

  • Betriebe sollten ein Gewaltschutzkonzept entwickeln und Gegenmaßnahmen ergreifen.
  • Das können beispielsweise Alarmsysteme sein, mit denen Beschäftigte sich Hilfe holen können, Rettungs- und Meldeketten, um Vorfälle zu erfassen oder Schulungen, in denen etwa Deeskalationstechniken geübt werden.
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Weitere Informationen zum Umgang mit verbaler Gewalt bietet der AuG-Aushang „In Gesprächen deeskalieren“.

Eine Frau mit Hörschutz und Warnweste bedient Knöpfe einer Maschine.
Fehlende oder missachtete Schutzeinrichtungen erhöhen das Unfallrisiko an Maschinen. © Getty Images/ Westend61

Unfallrisiko durch Maschinen ermitteln

Häufige Ursachen und Anlässe:

  • Einer der häufigsten Gründe für Unfälle an Maschinen ist, dass Schutzeinrichtungen außer Kraft gesetzt wurden. Laut einer Umfrage des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) von 2023 geschieht das oft mit Wissen der Vorgesetzten.

Schutzmaßnahmen:

  • Ein Bekenntnis der Vorgesetzten zur Arbeitssicherheit beugt Manipulationen vor.
  • Eine Mitspracherecht der Beschäftigten in Sicherheitsfragen und eine positive Fehlerkultur sind wirksame Maßnahmen.
  • Sicherheitsbeauftragte können zudem darauf achten, ob die Schutzeinrichtungen an Maschinen regelmäßig auf ihre Wirksamkeit geprüft werden.
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Weitere Informationen dazu, wie man bei einer Unterweisung vorgeht bietet der AuG-Beitrag „Manipulierte Schutzeinrichtungen“.

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