Gesundheitsschutz : UV-Schutz wird noch zu selten systematisch betrieben
Eine nicht-repräsentative und branchenübergreifende Umfrage der Arbeit & Gesundheit deutet an, dass in vielen Unternehmen UV-Schutz nicht systematisch betrieben wird. 160 Personen (davon 58 Sicherheitsbeauftragte) nahmen teil. Die Ergebnisse zeigen, dass Betriebe die UV-Belastung als Arbeitsschutzthema wahrnehmen. Doch es gibt weiter Informationsbedarf.
UV-Belastung wird bislang nur selten regelmäßig überwacht
Die Ergebnisse zeigen: In vielen der an der Umfrage beteiligten Betrieben ist es unüblich, die UV-Belastung systematisch zu erfassen. Von 160 Teilnehmenden gaben rund 77 Prozent an, dass es in ihrem Betrieb keine regelmäßige Bewertung oder Überwachung gibt; nur knapp 16 Prozent antworteten mit Ja, 7 Prozent mit Weiß nicht.
Technischer Schutz setzt vor allem auf Verschattung
Die meisten Unternehmen bevorzugen der Umfrage zufolge klassische Lösungen. 118 Personen haben die Frage zu technischen Schutzmaßnahmen in ihrem Betrieb beantwortet. 56 davon nannten Sonnenschirme, 52 Überdachungen und 37 Sonnensegel. Seitliche Abschirmungen und Einhausungen wurden mit 15 beziehungsweise 12 Nennungen deutlich seltener angegeben. 41 Befragte verwiesen auf andere Maßnahmen.
Inwiefern passen Betriebe ihre Arbeitsabläufe an die UV-Strahlung an? Hierzu gingen 136 Antworten ein. 94 Personen teilten mit, dass Pausen im Schatten verbracht würden; 64 gaben an, dass Tätigkeiten in den Schatten verlegt würden. Dass Tätigkeiten vor allem in die Morgenstunden verlegt würden, teilten 63 Befragte mit. Auch die Verteilung von Tätigkeiten auf mehrere Beschäftigte wurde mit 44 Nennungen häufig angeführt.
Sonnencreme an erster Stelle
Leicht verfügbare und alltagstaugliche Mittel sind bei den persönlichen Schutzmaßnahmen verbreitet. Von 56 Personen, die dazu Angaben machten, nannten 43 Sonnenschutzmittel, 35 Kopfbedeckungen und 33 körperbedeckende Kleidung. 22 Befragte erklärten, dass in ihrem Betrieb Sonnenbrillen zur persönlichen Schutzausrüstung zählen.
Motivation gelingt vor allem über die direkte Ansprache
Ausschließlich an die teilnehmenden 58 Sicherheitsbeauftragten (Sibe) richtete sich die Frage, wodurch sie ihre Teams für persönliche Schutzmaßnahmen gewinnen. Ergebnis: Die Sibe setzen auf direkte Kommunikation. Knapp 72 Prozent der Befragten antworteten, dass sie ihre Kolleginnen und Kollegen auf die Notwendigkeit von UV-Schutz hinweisen. Für 54 Prozent ist das eigene Vorbild eine Möglichkeit, um für persönliche Schutzmaßnahmen zu werben. Fast ebenso viele nannten die direkte Ansprache von Beschäftigten. Andere Wege, etwa die Weitergabe an Vorgesetzte, spielten mit 10 Nennungen eine kleinere Rolle; nur 2 Personen gaben an, gar nicht zu motivieren.
Bewusstsein für UV-Belastung entsteht im persönlichen Austausch
Auch bei der zweiten ausschließlich an Sibe gerichteten Frage zeigt sich ein klares Muster. Wenn es darum geht, generell für die Problematik der UV-Belastung zu sensibilisieren, setzen Sibe auf die individuelle Aufklärung der Mitarbeitenden: Sie unterstützen bei Unterweisungen, geben wiederholt Hinweise auf Risiken, nutzen die persönliche Ansprache sowie Aushänge in Verbindung mit direkter Ansprache. Einzelne Befragte verwiesen auf Team- oder ASA-Sitzungen sowie interne Schulungen. Andere befürworteten die Einbindung von Führungskräften oder das Aufstellen von kostenfreien Sonnencremespendern im Betrieb.
Insgesamt sprechen die Aussagen dafür, dass UV-Schutz besonders dann wahrgenommen wird, wenn Information, Ansprache und praktische Unterstützung zusammenkommen.