Sibe-Tipps : Sibe im Interview: „Wichtigste Voraussetzung ist die Motivation“
Seit wann sind Sie Sibe?
Ich bin seit Oktober 2024 als Sicherheitsbeauftragte tätig.
Weshalb haben Sie sich entschieden, Sibe zu werden?
Ich habe mich aus eigenem Antrieb gemeldet, nachdem in meinem Bereich eine Sibe gesucht wurde. Mir persönlich ist es wirklich wichtig, dass meine Kolleginnen und Kollegen, mich selbst eingeschlossen, am Ende des Arbeitstages gesund und sicher nach Hause gehen.
Was sind typische Aufgaben, um die Sie sich als Sibe kümmern?
Wenn ich Gefährdungen im Arbeitsalltag erkenne, melde ich diese an die Führungskraft sowie an die Abteilung für Arbeitssicherheit. Außerdem unterstütze ich bei der Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen und sensibilisiere unsere Fendt-Mitarbeitenden für sicheres Arbeiten. Zudem nehme ich an Betriebsbegehungen sowie Unfalluntersuchungen teil. Auch bei Gefährdungsbeurteilungen, Schulungen und Unterweisungen bin ich aktiv eingebunden.
Wie viel Zeit investieren Sie in Ihr Ehrenamt?
Im Durchschnitt sind es etwa zwei bis drei Stunden pro Woche.
Welche Fortbildungen haben Sie bekommen und wann war die letzte?
Zuerst war es die Schulung „Sicherheitsbeauftragte Teil 1“ bei der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM). Die letzte Fortbildung war im März 2025 als internes Fendt-Sibe-Training über Pro-Safety.
Wie arbeiten Sie mit anderen Sibe im Betrieb zusammen?
Der Austausch erfolgt überwiegend informell, vor allem mit den Sibe aus der Fertigung und der Produktion. Meistens tauschen wir uns innerhalb unserer Bereiche aus und teilen Erfahrungen, Ideen und Wissen zu Arbeitssicherheit, Ordnung und Sauberkeit.
Was tun Sie, damit Ihre Kolleginnen und Kollegen bei Beinahe-Unfällen sowie Fragen rund um sichere und gesunde Arbeit auf Sie zukommen?
Ich nehme mir bewusst Zeit für Gespräche und gehe offen auf meine Kolleginnen und Kollegen zu. Oft schauen wir uns Situationen gemeinsam direkt vor Ort an und überlegen, was konkret verbessert werden kann. Dabei stelle ich bewusst offene Fragen, um das Sicherheitsbewusstsein zu stärken und Beinahe‑Unfälle künftig zu vermeiden.
Bekommen Sie die Unterstützung, die Sie benötigen?
Ja, ich werde von allen Führungskräften und der Arbeitssicherheit gut unterstützt. Generell wird das Thema Arbeitssicherheit im AGCO Konzern, zu dem auch die Marke Fendt gehört, sehr ernst genommen und als TCIR Quote (Total Case Incident Rate) über alle Werke weltweit seit mehreren Jahren verfolgt.
Was sind die wichtigsten Eigenschaften, über die Sibe verfügen sollten?
Eine Sibe sollte eine klare Vorbildfunktion haben, im Bereich präsent sein und Arbeitssicherheit aktiv vorleben. Wichtig sind außerdem echtes Interesse an Sicherheitsthemen und ein solides Fachwissen.
Was ist Ihr persönlicher Tipp für den Start ins Sibe-Ehrenamt?
Die wichtigste Voraussetzung ist die Motivation, etwas für die Sicherheit und die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz zu tun. Mich persönlich treibt der Wunsch an, einen aktiven Beitrag dazu zu leisten, dass keine Unfälle entstehen und damit die Arbeit in unser Werk sicherer ist.
Sibe gesucht: Machen Sie mit!
Erzählen auch Sie uns von Ihrem Sibe-Alltag! Wenn Sie bei „Ich bin Sibe“ dabei sein möchten oder eine geeignete Kollegin/einen Kollegen kennen, schreiben Sie uns einfach eine kurze Mail an: redaktion@aug.dguv.de
Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören!
Haben Sie im Betrieb noch weitere Aufgaben, wie zum Beispiel als Ersthelferin/Ersthelfer?
Ja, ich bin zusätzlich Ersthelferin, führe Sicherheitsunterweisungen durch und organisiere sogenannte Safety‑Talks und Safety‑Walks. Safety‑Talks sind Gespräche im Team, bei denen man über aktuelle Sicherheitsthemen spricht und auf sicheres Arbeiten aufmerksam macht. Bei Safety‑Walks schauen wir uns ausgewählte Arbeitsplätze und -bereiche an und entscheiden, wo es Sicherheitsrisiken gibt und wie wir diese beseitigen können.
Führen Sie Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen lieber bei einem Kaffee, Tee oder Feierabendgetränk?
Die Gespräche finden meist direkt im Arbeitsalltag statt: Vor oder nach dem Schichtwechsel oder in der Pause, oft ganz unkompliziert bei einem Kaffee.