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Sibe im Interview: „Immer ein offenes Ohr“
Als Kindergärtnerin und Sibe geht Agnes Baumgärtner mit offenen Augen und einem Gespür für Gefahren durch die Einrichtung. © raufeld

Sibe-Tipps : Sibe im Interview: „Immer ein offenes Ohr“

Wie verläuft der Arbeitsalltag von Sibe und vor welchen Herausforderungen stehen sie? Agnes Baumgärtner aus dem Montessori-Kinderhaus in Ulm teilt ihre Erfahrungen.

Seit wann sind Sie Sibe?

Seit 2012.

Weshalb haben Sie sich entschieden, Sibe zu werden?

Meine damalige Leitung meinte, das wäre ein Job für mich. Ich habe dann ein bisschen darüber gelesen und zugestimmt. Extra Geld würde ich nicht bekommen, hieß es, von der Zeit würden rund 30 Minuten im Monat ausreichen. Das war anfangs wirklich so, hat sich aber durch einen Wechsel der Leitung geändert. Ich habe jetzt mehr Stunden für die Arbeitssicherheit. Außerdem betreue ich inzwischen zwei Kinderhäuser.

Was sind typische Aufgaben, um die Sie sich als Sibe kümmern?

Aufmerksam sein und schauen: Was könnte passieren, wenn die Kollegin dies oder das macht? Ich aktualisiere Sicherheitsdatenblätter, inventarisiere ortsveränderliche Betriebsmittel, gebe Unterweisungen mit der Leitung in beiden Kinderhäusern und organisiere alle zwei Jahre die Brandschutzhelferausbildung.

Wie viel Zeit investieren Sie in Ihr Ehrenamt?

Das kann ich nicht genau sagen, aber zwei Stunden pro Woche werden es wohl sein. Wenn etwas ansteht, wird es erledigt. Da wir noch ein zweites Kinderhaus haben, gibt es noch mehr zu tun. Mir macht es einfach nur Spaß, und ich erledige bestimmt viele Aufgaben, um die ich mich nicht kümmern müsste. Aber ich liebe es, Sicherheitsbeauftragte zu sein, auch weil ich etwas Positives bewirken kann.

Welche Fortbildungen haben Sie bekommen und wann war die Letzte?

Vor ein paar Jahren habe ich alle Seminare der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) besucht. Wenn es noch weitere Fortbildungen für Sicherheitsbeauftragte gäbe, würde ich sie gern absolvieren.

Wie arbeiten Sie mit anderen Sibe im Betrieb zusammen?

Ich bin die einzige Sibe. Bei den halbjährlichen Begehungen in unseren Einrichtungen dabei sowie bei den ASA-Sitzungen bin ich dabei.

Was tun Sie, damit Ihre Kolleginnen und Kollegen bei Beinahe-Unfällen sowie Fragen rundum sichere und gesunde Arbeit auf Sie zukommen?

Ich habe immer ein offenes Ohr für meine Kolleginnen, und wenn ich etwas nicht weiß, werde ich es recherchieren und das Gespräche auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Da ich auch in einer Gruppe arbeite, besteht guter Kontakt zum Team.

Sibe gesucht: Machen Sie mit!

Erzählen auch Sie uns von Ihrem Sibe-Alltag! Wenn Sie bei „Ich bin Sibe“ dabei sein möchten, schreiben Sie uns einfach eine kurze Mail an: redaktion@aug.dguv.de

Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören!

Bekommen Sie die Unterstützung, die Sie benötigen?

Ja, von der Leitung jederzeit und auch von der Fachkraft für Arbeitssicherheit. Ich kann mich ja zudem jederzeit an die BGW wenden.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, über die Sibe verfügen sollten?

Immer mit offenen Augen durch die Einrichtung gehen. Ein Gespür für Gefahren zu haben, ist wichtig.

Was ist Ihr persönlicher Tipp für den Start ins Sibe-Ehrenamt?

Man sollte es mögen, es nicht machen, nur damit es gemacht ist.

Haben Sie im Betrieb noch weitere Aufgaben, wie zum Beispiel als Ersthelferin/Ersthelfer?

Ich bin sowohl Brandschutzhelferin als auch Ersthelferin.

Führen Sie Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen lieber bei einem Kaffee, Tee oder Feierabendgetränk?

Am liebsten bei Cappuccino und Kuchen, aber leider ist das nicht immer möglich.