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Karpaltunnelsyndrom: Wenn das Handgelenk schmerzt
Polstereien gehören zu den vom Syndrom betroffenen Berufszweigen. © istock/AleksandarGeorgiev
Gesundheit

Karpaltunnelsyndrom: Wenn das Handgelenk schmerzt

Häufige Beanspruchungen des Handgelenks können das schmerzhafte Karpaltunnelsyndrom hervorrufen. Diese Beschäftigten sollten sich besonders schützen.

Datum: 29.01.2021

Die Hand schmerzt, brennt, fühlt sich taub an – das können Anzeichen für das Karpaltunnelsyndrom sein. Allein 2019 registrierte die DGUV 280 Fälle, in denen dieses als Berufskrankheit anerkannt wurde. Betroffen sind in der Regel Menschen, die beruflich mit Kraft immer gleiche manuelle Bewegungsabläufe ausführen. Bei ihnen kann der Karpaltunnel, ein wichtiges Sehnenfach im Handgelenk, über ein normales Maß hinaus beansprucht werden.

Eingeschnürter Nerv sorgt für Schmerzen und Taubheit

Gründe für das Karpaltunnelsyndrom sind vor allem häufige und beanspruchende Beuge- und Streckbewegungen des Handgelenks. In Folge der Überbelastung des Handgelenks verengt sich der Karpaltunnel und schnürt den mittleren Armnerv ein. Dieser verläuft von der Schulter über den Ober- und Unterarm, steuert sowohl Muskelbewegungen als auch den Tastsinn der Hand. Betroffene berichten anfänglich über Missempfindungen, Schmerzen und Taubheit. Ein Ausschütteln der Hand führt meist noch zu einer Verbesserung.

Ursache für Karpaltunnelsyndrom: viele Wiederholungen

Ein erhöhtes Risiko für das Karpaltunnelsyndrom entsteht, wenn Beschäftigte repetitive manuelle Tätigkeiten ausführen müssen. Darunter fallen Arbeiten mit ständig wiederkehrenden, gleichartigen Hand-, Arm- und/oder Schulter-Bewegungen, die mindestens über eine Stunde ohne längere Pausen ausgeführt werden.

Auch Arbeiten mit längeren, sich stetig wiederholenden Arbeitszyklen bergen ein gesteigertes Risiko für eine Überbeanspruchung des Karpaltunnels. Dabei können sowohl Tätigkeiten, die viel Kraft erfordern, als auch solche, bei denen es um Präzision geht, die Gefahr einer Erkrankung erhöhen. Betroffen sind daher Beschäftigte in unterschiedlichen Berufen, der Polsterei genauso wie zum Beispiel in der Zahntechnik.

Eine wichtige Rolle bei der Gefährdungsbeurteilung spielt auch das Arbeitsgerät, das die Beschäftigten benutzen. Geräte, deren Handhabung viel Kraft erfordert, erhöhen das Risiko eines Karpaltunnelsyndroms ebenso wie solche, die Arm und Hand in Schwingung versetzen – etwa Handmaschinen, die bei Forst- oder Bauarbeiten zum Einsatz kommen.

Kriterien für Berufskrankheiten

Das Karpaltunnelsyndrom ist seit 2015 als Berufskrankheit anerkannt. Damit es als solche eingestuft wird, muss ein kausaler Zusammenhang zur Tätigkeit ersichtlich sein. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Erkrankung innerhalb eines Jahres nach Ende der relevanten Einwirkung aufgetreten ist. Die beeinflussenden Faktoren sind komplex, auch Faktoren wie Kälte, Materialbeschaffenheit oder das Tragen von Arbeitshandschuhen spielen eine Rolle.

Geschrieben von: Julia Frese