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Was ist, wenn ein Kollege oder eine Kollegin zu laut ist?
An dieser Stelle beantworten Fachleute Fragen unserer Leserinnen und Leser zu Arbeits- und Versicherungsschutz. © raufeld
Ihre Fragen

Was ist, wenn ein Kollege oder eine Kollegin zu laut ist?

An dieser Stelle beantworten Fachleute Fragen unserer Leserinnen und Leser zu Arbeits- und Versicherungsschutz.

Datum: 02.08.2022

Frage

In unserer Produktionshalle stellt eine Kollegin das Radio so laut, dass es den vorhandenen Lärm noch übertönt. Ich kann mich deshalb nicht konzentrieren. Wie kommen wir zusammen?

Antwort

Lärm gefährdet nicht nur das Gehör, er kann auch Stress verursachen. Dann ist von extra-auraler Lärmwirkung die Rede. Sie wird in den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) A3.7 festgeschrieben. Je anspruchsvoller die Tätigkeit ist, desto geringer sollte die Lärmbelastung sein.

Gleichzeitig wird Lärm individuell unterschiedlich bewertet und wahrgenommen. Zudem ist Lärm einer von mehreren Faktoren, die in ihrer Summe die Psyche beanspruchen. Ziel sollte sein, die Gesamtbelastung möglichst gering zu halten.

Im beschriebenen Fall ist es Aufgabe der Führungskraft oder einer anderen vermittelnden Person, eine Einigung zwischen den Beschäftigten herzustellen. Dabei ist es wichtig, alle Seiten anzuhören und ernst zu nehmen, um einen Kompromiss zu finden. Jede Person sollte die Möglichkeit erhalten, ihre Sicht zu schildern und Lösungsvorschläge einzubringen. Nur so kann der Konflikt ohne weitere Eskalation langfristig gelöst werden.

Betty Willingstorfer, BG RCI/Referentin für Arbeits- und Organisationspsychologie

Geschrieben von: Redaktion