Gesundheitsschutz
Mann arbeitet mit Exoskelett © Fraunhofer IPA / Ludmilla Parsyak

Exoskelette

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Beschäftigte bei der Lastenhandhabung ihren Bewegungsapparat entlasten können – zum Beispiel die sogenannten Exoskelette. Auch wenn sie sich noch in der Testphase befinden, geben solche Technologien doch bereits einen deutlichen Hinweis auf die nahe Zukunft des gesunden Arbeitens.

Bei Exoskeletten handelt es sich um Assistenzsysteme, die am Körper getragen werden, um Beschäftigte mechanisch zu unterstützen. Sie gehören im Rahmen der Unfallverhütung zu den personengebundenen Maßnahmen. Und was leisten Exoskelette? „Wenn Beschäftigte bei Tätigkeiten häufig Lasten bewegen müssen, können speziell entwickelte Exoskelette die Belastungen reduzieren und ungünstige Körperhaltungen verhindern“, erklärt Ralf Schick von der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik, der bei der DGUV das Sachgebiet Physische Belastungen leitet.

Exoskelette in der betrieblichen Praxis

Der Experte Ralf Schick betont auch: „Exoskelette sollten erst zum Einsatz kommen, nachdem der Betrieb zuvor wirklich alle technischen und organisatorischen Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu gewährleisten. Oft ist man sich im Betrieb gar nicht bewusst, was es noch alles an technischen Optionen gibt, etwa Vakuumheber oder Scherenhubtische, die Vorrang vor dem Einsatz von Exoskeletten haben sollten.“

Bei anderen Arbeitsplätzen hingegen können die Betriebe keine zusätzlichen technischen Hilfsmittel mehr einsetzen. Ralf Schick führt an: „Das ist beispielsweise der Fall, wenn Beschäftigte Möbel in eine Privatwohnung im vierten Stock transportieren oder im Inneren von Bussen Kabelkanäle über Kopf einziehen müssen.“ In Fällen wie diesen könnten Exoskelette schon bald auch in der betrieblichen Praxis die Beschäftigten unterstützen.

Risiken und Nebenwirkungen von Exoskeletten

Aktuell sind Exoskelette an gewerblichen Arbeitsplätzen noch nicht sehr weit verbreitet. Vielmehr werden Prototypen in verschiedenen Betrieben intensiv getestet. Das ist wichtig, um herauszufinden, welche „Risiken und Nebenwirkungen“ die Exoskelette im realen Arbeitsalltag mit sich bringen. Wenn jemand ein fest angelegtes System am Körper trägt, stellt sich zum Beispiel die praktische Frage, was zu tun ist, wenn die Produktionshalle bei einem Feueralarm schnellstmöglich verlassen werden muss. „Auch mögliche körperliche Auswirkungen, wie etwa die Durchblutung der Hände beim längeren Über-Kopf-Arbeiten, sind zu untersuchen. Solche Dinge müssen wir vor einem flächendeckenden Einsatz abklären“, sagt Ralf Schick, DGUV Sachgebietsleiter Physische Belastungen. „Aber auch, inwieweit die Entlastung tatsächlich nachweisbar ist. Diese Aspekte sind wichtig für eine Gefährdungsbeurteilung. Und nicht zuletzt möchten wir herausfinden, wie es um die Akzeptanz von Exoskeletten bei den Beschäftigten steht.“

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Exoskeletten finden Sie hier: www.dguv.de