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Sicher in mobilen Abfallpressen entsorgen
Bereits beim Aufstellen mobiler Abfallpressen werden wichtige Voraussetzungen für eine unfallfreie Nutzung geschaffen. © Getty images/Karsten Eggert

Arbeitssicherheit : Sicher in mobilen Abfallpressen entsorgen

Unfälle an mobilen Abfallpressen passieren selten. Doch wenn etwas schiefgeht, sind die Folgen oft schwer. Wie eine sichere Nutzung gelingt.

Was beugt Unfällen beim Betrieb der Anlagen vor?

Es gibt zahlreiche Sicherheitsanforderungen, die Grundvoraussetzung für den regulären Betrieb sind. Dazu zählen zum Beispiel die Einhaltung von Sicherheitsabständen zur Presseinrichtung, überwachte Wartungsöffnungen und Not-Aus-Taster, die ein schnelles Stillsetzen ermöglichen. So lassen sich schwerwiegende Folgen wie Quetsch- und Schnittverletzungen in vielen Fällen verhindern.

„Die Technik ist deutlich sicherer geworden“, sagt Heinz-Peter Hennecke, Prüfer für Abfallpressen der Prüf- und Zertifizierungsstelle des Fachbereichs Verkehr und Landschaft der DGUV. „Entscheidend ist aber, wie die Presse betrieben wird, wie mit Störungen umgegangen wird und dass Reinigungs- und Wartungsarbeiten regelmäßig und fachgerecht durchgeführt werden.“

Was ist beim Aufstellen mobiler Abfallpressen zu beachten?

Mobile Abfallpressen werden häufig auf Wertstoffhöfen, im Lagerbereich oder an Rampen aufgestellt. Damit Beschäftigte sie sicher beschicken können, braucht es genügend Platz, gute Beleuchtung und frei zugängliche Bedienelemente. So müssen Start-, Stopp und Not-Halt-Funktionen direkt an der Einwurfstelle ­erreichbar sein. Verhindert werden muss, dass während der Be­schickung der Gefahrenbereich betreten wird, beispielsweise indem unzulässige Aufstiegsmöglichkeiten an Konstruktionsteilen oder Podeste beseitigt werden.

Auch beim Aufstellen und Abholen bestehen Risiken, etwa durch Rangierbewegungen. Personen dürfen sich nicht im Schwenk- oder Gefahrenbereich von Fahrzeug und Presse aufhalten. Bereits im Vorfeld sollten die Bedingungen am vorgesehenen Standort abgestimmt werden. Ein Foto des geplanten Aufstellortes kann helfen, Platzverhältnisse und mögliche Gefährdungen vorab einzuschätzen.

Welche Risiken gibt es im laufenden Betrieb von mobilen Abfallpressen?

Kritisch wird es, wenn der Normalbetrieb gestört ist, etwa bei Verstopfungen oder wenn Material nicht nachrutscht. Dann versuchen Beschäftigte mitunter, Pressgut nachzudrücken oder Störungen eigenständig zu beseitigen. Hier müssen Zuständigkeiten eindeutig geregelt sein: Eingriffe dürfen ausschließlich durch fachkundige Personen erfolgen. Nicht eingewiesene Personen, etwa Aushilfen, dürfen die Presse nicht bedienen.

Können Störungen nicht selbst beseitigt werden, sind das Entsorgungsunternehmen oder die Herstellerfirma einzubeziehen. Ebenso wichtig ist, dass die Presse nach Abschluss des Pressvorgangs vollständig ausgeschaltet und gegen unbefugte Nutzung gesichert wird. Weitere Risiken lassen sich durch die Auswertung von häufigen Störungen und Beinahe-Unfällen erkennen. Ein Handlungsfeld für Sicherheitsbeauftragte: Sie sollten Situationen sammeln, in denen gerade noch alles gut gegangen ist, um diese an Vorgesetzte zu melden.

Klicktipp

DGUV Information 214-087 „Mobile Behälterpresse“ aus der Publikationsdatenbank herunterladen.

Gibt es Gefährdungen, die leicht übersehen werden?

Mobile Pressen werden über Drehstrom betrieben. Fehlerhafte Steckdosen, eine falsche Phasenfolge oder beschädigte Leitungen können zu technischen Problemen und im schlimmsten Fall zu lebensgefährlichen Stromunfällen führen. Gefährdungen entstehen außerdem nicht nur im laufenden Betrieb, sondern auch, wenn die Anlage aufgestellt, umgesetzt, entleert oder abgeholt wird.

Zusätzliche Risiken ergeben sich, wenn Zuständigkeiten und Abläufe bei diesen Prozessen nicht eindeutig geregelt sind. „Im Arbeitsalltag kommt schnell etwas dazwischen“, sagt Hennecke. „Dann wird nicht mehr systematisch geprüft: Ist die Presse bei der Abholung spannungsfrei? Sind die elektrischen Anschlüsse in Ordnung? Ist eindeutig geklärt, wer die Anlage freigibt? Diese organisatorischen Punkte sind aber sicherheitsrelevant.“

Checkliste für Sicherheitsbeauftragte

  • Bietet der Aufstellort ausreichend Platz und ist gut ausgeleuchtet?
  • Sind Bedienelemente einschließlich Not-Halt von der Einwurfstelle aus erreichbar?
  • Sind Zuständigkeiten für Reinigung und Störungs­beseitigung geregelt?
  • Wird die Presse nach Nutzung ausgeschaltet und gesichert?
  • Wird die Presse nur von unterwiesenem und geeignetem Personal genutzt?
  • Sind Abläufe bei Anlieferung und Abholung klar definiert?
  • Werden häufige Störungen und Beinahe-Unfälle erfasst und ausgewertet?

Worauf kommt es bei Sicherheitsunterweisungen an?

Unterweisungen müssen neben der regulären Bedienung auch Abläufe für unerwartete Situationen vermitteln. Es muss geregelt sein, wer bei Störungen eingreift und wer zuständig ist – also wann interne und wann externe Fachkräfte hinzuzuziehen sind. Bei Sprachbarrieren ist sicherzustellen, dass Anweisungen für alle verständlich gestaltet sind. „In unvorhergesehenen Situationen wird häufig aus dem Reflex gehandelt“, so Hennecke. „Wenn es zum Beispiel zu Fehlwürfen kommt, oder persönliche Gegenstände wie ein Handy in den Pressraum fallen, muss klar sein, wer informiert wird und wie vorzugehen ist.“

Sicherheitsbeauftragte können unterstützen, indem sie Kolleginnen und Kollegen auf falsches Verhalten ansprechen und zeigen, wie es richtig geht. Hilfreich sind darüber hinaus auch eine Dokumentation der Abläufe und Checklisten für die tägliche Überprüfung, den Betrieb und die Abholung mobiler Abfallpressen.