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Sibe im Interview: „Neugierig bleiben und Fragen stellen“
Bernd Scheibelein ist Sibe im Reifenwerk der Goodyear Germany GmbH am Standort Hanau. Er wirkt von der Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen bis zur Etablierung von Schutzmaßnahmen an allen Prozessen mit. © raufeld

Sibe-Tipps : Sibe im Interview: „Neugierig bleiben und Fragen stellen“

Wie verläuft der Arbeitsalltag von Sibe und vor welchen Herausforderungen stehen sie? Bernd Scheibelein, Betriebsschlosser im Goodyear-Reifenwerk, teilt seine Erfahrungen.

Seit wann sind Sie Sibe?

Seit 1990.

Weshalb haben Sie sich entschieden, Sibe zu werden?

Das Aufgabengebiet hat mich stark interessiert, insbesondere die Gestaltung sicherer Arbeitsplätze. Ich habe die Schulung zum Sibe bei der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie absolviert, um fundierte Fachkenntnisse zu erwerben und praxisnah arbeiten zu können.

Was sind typische Aufgaben, um die Sie sich als Sibe kümmern?

Zu meinen Hauptaufgaben gehören die Unterstützung bei Gefährdungsbeurteilungen, die Beratung von Mitarbeitenden beziehungsweise das Beisteuern von Hinweisen zu sicherer Arbeit sowie die Mitwirkung bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen. Außerdem achte ich darauf, mögliche Mängel frühzeitig zu erkennen und anzusprechen, um Risiken zu vermeiden.

Wie viel Zeit investieren Sie in Ihr Ehrenamt?

Ich investiere wöchentlich ca. zwei bis drei Stunden in die Aufgaben als Sibe.

Welche Fortbildungen haben Sie bekommen und wann war die letzte?

Ich habe die Grundschulung zum Sicherheitsbeauftragten bei der Berufsgenossenschaft erfolgreich absolviert. Darüber hinaus nehme ich regelmäßig an den Inhouse-Schulungen teil, die quartalsweise stattfinden und immer aktuelle Themen rund um Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz behandeln.

Sibe gesucht: Machen Sie mit!

Erzählen auch Sie uns von Ihrem Sibe-Alltag! Wenn Sie bei „Ich bin Sibe“ dabei sein möchten, schreiben Sie uns einfach eine kurze Mail an: redaktion@aug.dguv.de

Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören!

Wie arbeiten Sie mit anderen Sibe im Betrieb zusammen?

Wir tauschen uns regelmäßig aus, um Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und einheitliche Standards im Bereich Arbeitssicherheit zu gewährleisten.

Was tun Sie, damit Ihre Kolleginnen und Kollegen bei Beinahe-Unfällen sowie Fragen rund um sichere und gesunde Arbeit auf Sie zu kommen?

Ich lege großen Wert auf eine offene Kommunikation. Kolleginnen und Kollegen können jederzeit auf mich zukommen – ich erkläre Prozesse verständlich, unterstütze in der Analyse von Beinaheunfällen und helfe dabei, Ursachen zu identifizieren und passende Maßnahmen einzuleiten. So schaffen wir gemeinsam mehr Bewusstsein für Sicherheit im Arbeitsalltag.

Bekommen Sie die Unterstützung, die Sie benötigen?

Mein Arbeitgeber legt großen Wert auf Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Ich bekomme die notwendige Unterstützung, um Risiken zu identifizieren, zu kommunizieren und passende Maßnahmen umzusetzen.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, über die Sibe verfügen sollten?

Wichtig sind Neutralität, Professionalität, Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit. Ebenso wichtig ist lösungsorientiertes Denken – denn nur so kann man Herausforderungen pragmatisch und nachhaltig angehen.

Was ist Ihr persönlicher Tipp für den Start ins Sibe-Ehrenamt?

Wer neu startet, sollte neugierig bleiben, Fragen stellen und offen auf andere zugehen. Interesse an Sicherheitsthemen und Freude daran, Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen, sind die beste Grundlage.

Führen Sie Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen lieber bei einem Kaffee, Tee oder Feierabendgetränk?

Am liebsten direkt und spontan. Oft ergeben sich Gespräche zwischendurch, wenn ein Thema gerade aktuell ist. So lassen sich Fragen oder Probleme zeitnah klären und Lösungen schnell umsetzen.