Gesundheitsschutz : Die Frühjahrsmüdigkeit vertreiben
Die meisten Menschen freuen sich, wenn die dunkle Jahreszeit allmählich dem Frühling weicht. Doch manche überfällt in diesen Wochen auch eine leichte Trägheit. Sie fühlen sich müde und abgeschlagen, leiden unter Kopfschmerzen, Schlafproblemen oder Schwindel. Das macht den Alltag anstrengend und kann sich auf die Leistungen bei der Arbeit auswirken. Woher kommt diese Frühjahrsmüdigkeit?
Hormonelle Umstellung
„Im Winter arbeitet der Körper von Natur aus ein wenig sparsamer“, sagt Professor Dr. Dieter Riemann, Schlafmediziner der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). „Im Frühling muss er sich erst an mehr Wärme und Helligkeit anpassen.“ Das wirkt sich etwa auf den Hormonhaushalt aus. Mehr Tageslicht regt die Bildung von Serotonin (dem sogenannten Glückshormon) an und hemmt die Produktion des „Schlafhormons“ Melatonin, das normalerweise müde macht und für Entspannung sorgt. Wird weniger Melatonin gebildet, kann das Schlafen schwerer fallen.
Zusätzlich regt das Serotonin den Körper an. An dieses Ungleichgewicht muss sich der menschliche Organismus erst gewöhnen. Zudem weiten sich die Blutgefäße, wenn es wärmer wird. Der dadurch sinkende Blutdruck führt häufig zu Abgeschlagenheit und Schwindel. Der Kreislauf muss erst wieder in Schwung kommen.
„Frühjahrsmüdigkeit ist also keine Krankheit“, sagt Riemann, „sondern eher ein Symptom. Es verschwindet von allein wieder, wenn sich der Körper auf die sich verändernden äußeren Umstände eingestellt hat.“ Betroffene können selbst aktiv werden, um die unangenehmen Symptome zu bekämpfen.
Anschub für den Körper
Möglichst viel Bewegung an der frischen Luft bei Tageslicht – das kurbelt den Kreislauf an. Pausen sind also am erholsamsten, wenn sie aktiv gestaltet und draußen verbracht werden. Zum Essen eignet sich etwas Frisches und Leichtes besser als schwer verdauliche Kost, denn auch die macht schwerfällig. Obst und Gemüse sind förderlich für Stoffwechselprozesse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte liefern Energie. Wenn morgens vor der Arbeit das Wachwerden schwerfällt, können Wechselduschen helfen. Das kalte Wasser hilft gegen niedrigen Blutdruck. Bei der Arbeit zwischendrin: immer mal dehnen und strecken, um den Kreislauf hochzufahren. Und vielleicht auf dem Weg nach Hause eine Bahnstation früher aussteigen und den Rest zu Fuß gehen – oder den Arbeitsweg mit dem Fahrrad zurücklegen.