Unfallschutz
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Achtung, Rutschgefahr!

Ein frisch gewischter Fußboden oder ein achtlos verlegtes Kabel können für Beschäftigte ernste Folgen haben. Sicherheitsbeauftragte können dazu beitragen, ihre Kolleginnen und Kollegen vor Stolper-, Rutsch- und Sturzunfällen zu bewahren.

Das war kein schöner Start in den Tag: Als ein Mitarbeiter aus der Verwaltung eines Morgens ins frisch gewischte Büro kam, zog er sich prompt ein paar blaue Flecken zu: „Zwar stellen die Reinigungskräfte Schilder auf, aber die habe ich übersehen und bin ausgerutscht“, berichtet der Arbeitnehmer im Rahmen einer Umfrage der DGUV, an der er teilgenommen hat.

Sauberkeit und Hygiene stehen derzeit ganz oben auf der Agenda der Unternehmen. Doch gründliche Putzaktionen können auch unerwünschte Folgen haben: Unfälle wie die des genannten Mitarbeiters sind in deutschen Betrieben keine Seltenheit. Jeder fünfte Unfall bei der Arbeit fällt in die Kategorie „Stolpern, Rutschen, Stürzen“, kurz SRS. Im Jahr 2018 gab es mehr als 164.000 SRS-Unfälle, wie die Publikation „Arbeitsunfallgeschehen 2018“ zeigt. Somit handelt es sich um eine der häufigsten Unfallursachen am Arbeitsplatz.

Wo die Gefahr lauert

Vor allem Sicherheitsbeauftragte im industriellen und gewerblichen Bereich haben die Chance, ihre Kolleginnen und Kollegen beim sicheren Arbeiten zu unterstützen, indem sie auf Gefahrenstellen achten und darauf hinweisen. Denn in Werkstätten, in der Produktion oder beim Be- und Entladen passieren SRS-Unfälle am häufigsten. „Auch Rutschunfälle auf nassen oder vereisten Flächen sind typisch“, weiß Gerhard Kuntzemann, Leiter des Sachgebiets „Sicherheitsbeauftragte“ im DGUV Fachbereich „Organisation des Arbeitsschutzes“. Auch ausgelaufene Öle und Fette können Beschäftigte zu Fall bringen.

Typische Verletzungen bei SRS-Unfällen sind Knöchel-, Fuß- und Kniegelenksverletzungen, etwa Zerrungen oder Prellungen. Derartige Verletzungen können schwerwiegende Folgen haben: Mehr als 3.000 neue Bezieherinnen und Bezieher einer Unfallrente gab es laut „Arbeitsunfallgeschehen 2018“ nach SRS-Unfällen. Das bedeutet, Betroffene konnten zumindest zeitweise nicht arbeiten oder ihre Erwerbsfähigkeit war durch den Unfall gemindert. Zehn SRS-Unfälle endeten sogar tödlich – die Hälfte davon hatte sich nach Treppenstürzen ereignet. Dort ist also besondere Vorsicht geboten.