Versicherungsschutz
Motiv Wege© BrianAJackson

Versicherungsleistung jenseits der Reha

Nach einem Arbeits- oder Wegeunfall steht die Rehabilitation im Vordergrund. Doch nicht immer ist es möglich, die Erwerbsfähigkeit vollständig wiederherzustellen. Dann haben Versicherte Anspruch auf eine Rente.

Arbeits- und Wegeunfallrenten

Wenn ein Arbeits- oder Wegeunfall zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Kalendertagen führt, muss der Arbeitgeber diesen Unfall an den zuständigen Versicherungsträger (Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse) melden. Ebenfalls erfolgt eine Meldung durch die behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Sind alle Behandlungsmöglichkeiten erschöpft und ist die Erwerbsfähigkeit auch 26 Wochen nach dem Unfall noch immer dauerhaft eingeschränkt, erhalten die Versicherten eine Rente. Voraussetzung: Der Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) liegt bei mindestens 20 Prozent.

Voll- oder Teilrente abhängig vom Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit 

Wie hoch die Rente ausfällt, ist abhängig vom Grad der MdE sowie vom Jahresarbeitsverdienst. Können Versicherte gar nicht mehr arbeiten, erhalten sie eine Vollrente in Höhe von zwei Dritteln des vor dem Unfall erzielten Jahresarbeitsverdienstes. Ist die Erwerbsfähigkeit teilweise beeinträchtigt, gibt es eine entsprechende Teilrente.

Rentenausschuss entscheidet über Rentenzahlung

Die endgültige Entscheidung, ob eine Rentenzahlung erfolgt, trifft in den meisten Fällen der Rentenausschuss des jeweiligen Unfallversicherungsträgers. Er besteht zu gleichen Teilen aus Vertreterinnen und Vertretern von Arbeitgebern und Beschäftigten. Über die Entscheidung werden die Versicherten per Brief informiert. Für den Fall, dass sie die Entscheidung in Frage stellen, können die Versicherten dann innerhalb eines Monats schriftlich Widerspruch einlegen. Wird dieser abgelehnt, so haben Versicherte im nächsten Schritt die Möglichkeit, sich an das zuständige Sozialgericht zu wenden.

Informationen zu Rentenleistungen finden Sie hier: www.dguv.de

Abfindung mit Gesamtvergütung statt Rente

Wenn zu erwarten ist, dass die Folgen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit höchstens für drei Jahre zu einer Rentenzahlung führen, kann die Unfallversicherung statt der monatlichen Rente eine Gesamtvergütung zahlen. Deren Höhe entspricht dem erwarteten Rentenaufwand im betreffenden Zeitraum. Falls wider Erwarten auch danach die Folgen noch so schwer sind, dass eine weitere Rentenzahlung in Betracht kommt, sollte der Unfallversicherungsträger informiert werden.