Krisenresilienz : Krisenfester dank Arbeitssicherheit und Gesundheit
Sicherheit und Gesundheit stärken die Krisenresilienz des Standorts Deutschland. Dieser Aussage stimmen 90 Prozent der Befragten in einer repräsentativen Umfrage unter mehr als 2.000 Erwerbstätigen im Auftrag der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zu.
Hohe Zustimmung erhält die betriebliche Prävention. So werden Erste Hilfe, Brandschutz und Sicherheitsbeauftragte als wichtig eingeschätzt. Nach konkreten Einzelmaßnahmen gefragt, bewerten die Teilnehmenden die Benennung und Qualifizierung von Ersthelfenden (94 Prozent), Brandschutzhelfenden (84 Prozent) und Sicherheitsbeauftragten (84 Prozent) als besonders wichtig.
Arbeitsschutz stärkt Krisenvorbereitung
Eine große Mehrheit der Befragten (89 Prozent) hält Präventionsmaßnahmen für wichtig, damit ihr Unternehmen für Krisenfälle gewappnet ist. Zurückhaltender fallen die Antworten mit Blick auf die Vorbereitung des jeweiligen Unternehmens auf Krisen und Störfälle aus. Am häufigsten sehen die Beschäftigten ihr Unternehmen gut vorbereitet auf Pandemien (64 Prozent) sowie auf Brände oder Explosionen (60 Prozent). Die Hälfte vermutet das auch im Hinblick auf Cyberangriffe.
Für den Fall beeinträchtigter Lieferketten, Gewaltereignisse, Naturkatastrophen oder langanhaltende Stromausfälle, sind die Betriebe nach Meinung der Befragten eher nicht gut ausgestattet. Hier sehen nur rund ein Drittel der Befragten ihr Unternehmen gut vorbereitet.
Um für Notfälle oder Krisen gewappnet zu sein, treffen Unternehmen laut den Teilnehmenden am häufigsten Vorkehrungen wie Ausbildung und Übung, zum Beispiel für Brandschutz, Erste Hilfe oder Notfalltraining (67 Prozent), Sicherheitsmaßnahmen im IT-Bereich (61 Prozent) oder Notfall- und Krisenpläne (50 Prozent). Generell zeigt sich: Je kleiner das Unternehmen oder die Einrichtung, desto seltener wurden bereits Maßnahmen zur Krisen- oder Notfallvorsorge getroffen. Befragte aus Kleinunternehmen geben auch deutlich seltener an, dass der Betrieb eine Gefährdungsbeurteilung oder Brandschutzübungen durchführt, als Befragte, die in größeren Unternehmen arbeiten.
Gesetzliche Unfallversicherung unterstützt Qualifizierung
Die gesetzliche Unfallversicherung unterstützt die Betriebe bei der Sicherheitskultur und Notfallvorsorge ganz konkret – zum Beispiel, indem sie jährlich mehr als zwei Millionen Arbeitnehmende in Erster Hilfe und rund 100.000 als Sicherheitsbeauftragte qualifiziert, die diese Funktionen zusätzlich zu ihrer betrieblichen Tätigkeit übernehmen, ergänzt DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Stephan Fasshauer die Ergebnisse der Umfrage.
Unfallrisiken und Belastungen am Arbeitsplatz
Weitere Ergebnisse der Befragung zum betrieblichen Alltag:
- Als Unfallrisiken am eigenen Arbeitsplatz geben die Befragten mehrheitlich Risiken durch Stolpern, Rutschen und Stürzen (53 Prozent) an. Je rund ein Fünftel sieht am eigenen Arbeitsplatz Unfallrisiken durch Bedrohung, Übergriffe oder Gewalt (22 Prozent) beziehungsweise durch den Umgang mit Werkzeugen (21 Prozent) oder Maschinen (21 Prozent).
- Als Belastungen bei der Arbeit werden am häufigsten Stress durch organisatorische Faktoren wie häufige Unterbrechungen, hohe Arbeitsintensität oder unklare Zuständigkeiten wahrgenommen. Dies gibt die Hälfte der Befragten an. Etwa ein Drittel der Befragten berichtet von Belastungen, die sich aus den Arbeitsinhalten und -aufgaben (zum Beispiel fehlende Handlungsspielräume und Informationen) oder sozialen Beziehungen (fehlende Unterstützung, mangelnde Anerkennung) ergeben. Etwa ein Fünftel erlebt Belastungen als Folge der Arbeitszeitgestaltung (zum Beispiel fehlende Pausenzeiten), der Arbeitsumgebung (Lärm, Beleuchtung) oder körperlicher Arbeit (schweres Heben und Tragen). Ein Fünftel gibt an, keinen der genannten Belastungen ausgesetzt zu sein
- In Zukunft werden nach Ansicht der Befragten vor allem Risiken durch eine erhöhte psychische Belastung (60 Prozent) und veränderte Altersstrukturen (48 Prozent) zunehmen. 45 Prozent rechnen damit, dass Risiken durch Cyberangriffe zunehmen.
Klicktipp: Ergebnisse des DGUV Barometers Arbeitswelt 2026 – Krisenresilienz
Alle Ergebnisse des DGUV Barometers Arbeitswelt 2026 stehen zum Download zur Verfügung.
Für das DGUV Barometer Arbeitswelt wurden 2.015 Erwerbstätige aus Unternehmen mit mindestens zwei Mitarbeitenden befragt, darunter 544 Führungskräfte und Unternehmerinnen bzw. Unternehmer. Die Befragung fand vom 6. bis 19. Februar 2026 im Panel forsa.omninet statt. Mit dem DGUV Barometer Arbeitswelt veröffentlicht die DGUV jährlich Zahlen und Trends zu einem jeweils aktuellen inhaltlichen Fokus rund um Belastungen und Unfallrisiken im Arbeitsalltag.