Zeitarbeit
Gabelstaplerfahrer erhält eine Unterweisung. © Thinkstock / shironosov

Arbeitssicherheit – keine Frage der Zeit

Arbeitnehmerüberlassung: Für Betriebe ist es eine besondere Herausforderung, die Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten zu gewährleisten, die im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung befristet tätig sind. Auf jeden Fall müssen die Mitarbeitenden intensiv eingewiesen und mit den speziellen Gegebenheiten vor Ort vertraut gemacht werden.

Das kennt man in vielen Betrieben: Mal erfordert es die Auftragslage, ein anderes Mal sind es krankheitsbedingte Ausfälle, die den zeitlich befristeten Einsatz von Beschäftigten nötig machen. Dann ist es für Unternehmen hilfreich, wenn sie durch Arbeitnehmerüberlassung, auch bekannt als Zeitarbeit, Leiharbeit oder Personal-Leasing, für Unterstützung sorgen können. Bei dieser Form der Beschäftigung überlässt ein Zeitarbeitsunternehmen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für einen gewissen Zeitraum einem Dritten, dem Einsatzbetrieb.

Gefährdungen beurteilen

Auch im Falle der zeitweisen Beschäftigung sind Unternehmen verpflichtet, für die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz zu sorgen. Diese Pflichten sind im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz verankert. So sind Betriebe laut Paragraf 11 verpflichtet, Zeitarbeitsbeschäftigte „über Gefahren für Sicherheit und Gesundheit, denen sie bei der Arbeit ausgesetzt sein können, sowie über die Maßnahmen und Einrichtungen zur Abwendung dieser Gefahren“ zu unterrichten.

Die Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen ist ein Muss. Die Einsatzbetriebe sollten sie idealerweise auch den Zeitarbeitsunternehmen zur Verfügung stellen. Sollte dies nicht möglich sein, sollten sie zumindest für die Abstimmung der personenbezogenen Schutzmaßnahmen zwischen Einsatzbetrieb und Zeitarbeitsunternehmen sorgen. Daneben ist eine umfassende Arbeitsschutzunterweisung für die Beschäftigten in Zeitarbeit notwendig.

Sorgfältige Unterweisung

Eine Reihe von Empfehlungen für die Unterweisung enthält die DGUV Regel 115-801. Wie bei allen Unterweisungen, so ist es auch im Umgang mit Zeitarbeitenden besonders wichtig,

  • ausreichend Zeit für die Unterweisung einzuplanen und Störungen zu vermeiden,
  • die Informationen an die jeweiligen Beschäftigten anzupassen, indem ihr Lebensalter, ihre Qualifikationen und Erfahrungen berücksichtigt werden, und
  • sicherzustellen, dass die Beschäftigten die Unterweisung verstanden haben und wissen, dass die besprochenen Verhaltensweisen verpflichtend sind.

Zudem haben sich Modelle bewährt, bei denen Beschäftigte aus der Stammbelegschaft als Patinnen und Paten im Arbeitsalltag fungieren. Auch Sicherheitsbeauftragte können dazu beitragen, dass sich Zeitarbeitsbeschäftigte in die Arbeitsabläufe einfinden – etwa indem sie auf das Einhalten der vorgegebenen Schutzmaßnahmen achten und bei Fragen oder Problemen ansprechbar sind.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Neben der Sicherheit spielt auch die Gesundheit bei temporär Beschäftigten eine wichtige Rolle. Carsten Zölck, Leiter des DGUV Sachgebiets Zeitarbeit und Präventionsexperte bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG), betont: „Die arbeitsmedizinische Vorsorge trägt dazu bei, mögliche gesundheitliche Risiken rechtzeitig zu erkennen und die Beschäftigten zielgerichtet zu beraten. Vorrangig sollen die Betriebsärztinnen und -ärzte der Einsatzbetriebe diese Vorsorge durchführen. Denn sie haben oft die besseren Kenntnisse über die Arbeitsplätze vor Ort.“

Beschäftigte sensibilisieren

Um die Zeitarbeitenden selbst verstärkt auf das Thema Sicherheit aufmerksam zu machen, hat die VBG die Kampagne „Sicherheit zählt!“ ins Leben gerufen. Unter www.sicherheit-zählt.de tauschen Zeitarbeitende ihre Erfahrungen aus und geben Tipps aus der Arbeitswelt – etwa wie wichtig es ist, selbst an heißen Tagen Schutzkleidung zu tragen. Zusätzlich gibt es dort die kostenlose Spiele-App „Rette Murphy!“ zum Download. Auch sie sensibilisiert für Gefahren bei der Arbeit. Hierbei gilt es, den etwas tollpatschigen Helden Murphy vor allerlei Unfällen am Arbeitsplatz zu bewahren.