Versicherungsschutz
THW-Mitglieder im Einsatz© DGUV / Kay Kandler

Im Einsatz für die gute Sache

In Deutschland setzten sich im Jahr 2016 mehr als 4,4 Millionen Menschen unentgeltlich für den guten Zweck ein, beispielsweise in Rettungsdiensten, Vereinen oder sozialen Projekten. Kommt es im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit zu einem Unfall, greift in vielen Fällen die gesetzliche Unfallversicherung.

Naturgemäß denkt man bei ehrenamtlich tätigen Menschen, die bei ihren Einsätzen Verletzungen erleiden können, zunächst an die zahlreichen Helferinnen und Helfer von Rettungsdiensten oder Technischem Hilfswerk (THW). Dabei hat das Ehrenamt ganz viele Facetten – auch im Unfallgeschehen. Ein Beispiel aus dem Zuständigkeitsbereich einer Unfallkasse könnte so aussehen: Frau Schmitz ist Wahlhelferin bei der Landtagswahl. Ihre Aufgabe ist es, die Stimmzettel an die Bürgerinnen und Bürger im Wahllokal auszugeben. Als Frau Schmitz kurz ihren Platz verlässt, um die Wahlkabinen zu kontrollieren, knickt sie mit dem Fuß um. In der Folge muss sie sich ärztlich behandeln lassen. „Glück“ im Unglück: Bei diesem Unfall war Frau Schmitz durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert.

Versichert kraft Gesetz

Welche Personengruppen bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit gesetzlich unfallversichert sind, benennt konkret das Siebte Sozialgesetzbuch (SGB VII). Hierzu gehört unter anderem, wer unentgeltlich für Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, das THW oder die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft tätig ist. Auch Menschen, die sich in der Wohlfahrtspflege ehrenamtlich engagieren, sich also unentgeltlich um sozial benachteiligte und schutzbedürftige Mitmenschen kümmern, sind gesetzlich unfallversichert. Ihre ehrenamtliche Arbeit findet häufig unter dem Dach von Organisationen wie beispielsweise dem Diakonischen Werk, der Arbeiterwohlfahrt oder dem Deutschen Caritasverband statt.

Häufigkeit ist nicht entscheidend

Laut SGB VII gesetzlich unfallversichert sind auch ehrenamtlich Tätige, die im Bildungswesen engagiert sind, etwa als Elternvertreter. Oder Menschen, die im Auftrag der Kirche oder einer Kommune unentgeltlich tätig sind, beispielsweise Messdiener oder Mitglieder eines Pfarrgemeinderats. Es ist nicht entscheidend, wie häufig diese Tätigkeit stattfindet, wie Ronald Hecke, Experte für den Versicherungsschutz im Ehrenamt bei der DGUV, am Beispiel erläutert: „Wenn der Bürgermeister dazu aufruft, am Wochenende den Wald gemeinsam von Müll zu befreien, sind die teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger ebenfalls gesetzlich unfallversichert, denn sie handeln im Auftrag der Kommune.“ Der Experte von der DGUV empfiehlt bei solchen Einsätzen, eine Teilnahmeliste zu führen: „So ist im Schadensfall eindeutig dokumentiert, wer in wessen Auftrag unterwegs war.“

Bei Bedarf: Schutz erweitern!

Zusätzlich zu den im SGB VII genannten Personengruppen können die Unfallkassen der Länder ihre Satzungen so ändern, dass sich der Versicherungsschutz auf weitere ehrenamtlich Tätige ausdehnt. Dazu können dann etwa Menschen zählen, die sich in Bürgerinitiativen engagieren. Eine Sammlung von Informationsdokumenten der Unfallkassen und Berufsgenossenschaften – aus aktuellem Anlass mit dem Schwerpunkt Flüchtlingshilfe – gibt es auf den Internetseiten der DGUV (Weblink siehe rechts). Bestimmte Personen, die bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit nicht kraft Gesetz unfallversichert sind, können sich freiwillig versichern oder von ihren Organisationen freiwillig versichert werden. Dazu zählen beispielsweise gewählte Ehrenamtsträgerinnen und -träger in Sportvereinen, etwa Vereinsvorstände und Kassenwarte. Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte sich vor Antritt des Ehrenamts bei der jeweiligen Organisation erkundigen, ob und welcher Versicherungsschutz besteht. Falls nicht die Organisation die Versicherung sicherstellt, sollten die Personen vor Antritt der Tätigkeit selbst für einen ausreichenden Versicherungsschutz sorgen.

Broschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales:
www.bmas.de

Infomedien auf der Website der DGUV:
www.dguv.de